10 000 Anfragen bei der Verbraucherzentrale

LIppstadt/Kreis Soest..  Ob Billigstromanbieter Neukunden mit einem dubiosen Bonus köderten, E-Mails mit gefälschten Rechnungen namhafter Unternehmen im Umlauf waren oder Kreditinstitute die Erstattung unzulässiger Kreditbearbeitungsentgelte verweigerten: 10 000 Anfragen und Kontakte zeigen, dass die Verbraucherzentrale im Kreis Soest auch 2014 erste Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen war. Ständige Herausforderung für die Teams in Lippstadt und Soest auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren.

Ralf Hellermann, Dezernent für Ordnung sowie Gesundheits- und Verbraucherschutz des Kreises Soest, ist erfreut über diese einmal mehr positive Resonanz: „Auch im Jahre 2014 konnte die Verbraucherzentrale mit den Beratungsstellen in Soest und Lippstadt einer Vielzahl von Ratsuchenden zu verschiedenen Themen beraten. Dabei erlebe ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im persönlichen Kontakt mit den Bürgern als sehr kompetent und freundlich.“ Neben dem Land bezuschusst auch der Kreis die Verbraucherzentrale im Kreis Soest. Außerdem beteiligen sich die Städte Soest und Lippstadt an den Mieten für die Räumlichkeiten. Die Beratungsstelle Soest (www.vz-nrw.de/soest) hat die Adresse Nottebohmweg 2-8, die Beratungsstelle Lippstadt ist an der Woldemei 36-38 (www.vz-nrw.de/lippstadt) zu finden.

„Eine Nachfragewelle schwappte in die Beratungsstelle, nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind“, berichtet Beratungsstellenleiterin Hilde Becker. Ratsuchende wollten wissen, für welche Darlehnsverträge Erstattungen möglich sind, welche Verjährungsfristen gelten und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. Insbesondere wurde Unterstützung gesucht, weil Kreditinstitute massenhaft versuchten, die Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern. Mit Musterbriefen und ausgeweitetem Beratungsangebot wurde der Weg zum Recht gebahnt.

Hilfe beim Immobilienkauf

Zudem sorgten fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in einer Vielzahl von Immobiliendarlehnsverträgen für ausgebuchte Beratungstermine: „Denn wurden Wohnungskäufer oder Bauherren falsch über das Widerrufsrecht belehrt, können sie den Vertrag unter Umständen noch ‚ewig‘ widerrufen. Von der vorzeitigen Auflösung profitieren Kreditnehmer, die nach der Kündigung ihres Immobiliendarlehens eine Vorfälligkeitsentschädigung, meist einige Tausend Euro, zahlen mussten oder noch sollen. Denn sie müssen nicht kündigen, sondern können den Kreditvertrag widerrufen und sparen so diese von der Bank geforderte Entschädigung“, erläutert Hilde Becker.

Wieder einmal standen bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt: Zumeist ging es um nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung oder um Probleme bei der Kündigung von Verträgen. Oftmals gab es mit den Unternehmen gleich mehrere Probleme.

Zu schaffen machten auch Phishing-Mails: T-Online- und Amazon-Kunden, Inhaber einer Master-Card oder Nutzer von Pay-Pal-Konten hatten zuhauf unerwartete E-Mails erhalten, die angeblich von ihrem Anbieter stammten und die mit fadenscheinigem Inhalt geheime Zugangsdaten abfischen wollten.

Die Maschen der Betrüger waren alle ähnlich: Sie versuchten mit angeblichen Sperrungen, Einschränkungen, Unregelmäßigkeiten oder Fremdzugriffen in Angst und Panik zu versetzen und zur Preisgabe zu verleiten.

Dabei erreichten die als Rechnung getarnten Phishing-Mails eine neue Qualität: Immer häufiger enthielt die digitale Post im Anschreiben die korrekten Namen der potenziellen Opfer.