Zwei Autos rechts auf der A45 überholt

Ein 36-Jähriger musste sich am Dienstag vor Gericht verantworten.
Ein 36-Jähriger musste sich am Dienstag vor Gericht verantworten.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Seine rücksichtslose Fahrweise hat einen 36-jährigen Mann aus Herborn vor Gericht gebracht. Er soll im Oktober 2013 mit seinem Audi A8 zwei Autos nacheinander auf der Sauerlandlinie rechts überholt haben.

Siegen..  Seine rücksichtslose Fahrweise hat einen 36-jährigen Mann aus Herborn am Dienstag vor Gericht gebracht. Der kaufmännische Angestellte soll im Oktober 2013 mit seinem Audi A8 zwei Frauen nacheinander auf der Sauerlandlinie in Höhe der Raststätte Siegerland Ost genötigt haben.

Ihm wurde vorgeworfen, mit großer Geschwindigkeit an die Autos einer Burbacherin und einer Frankfurterin herangefahren zu sein – inklusive Einsatz der Lichthupe, um dann schließlich rechts zu überholen. Die Frauen waren auf der linken Spur unterwegs, weil sie Lastwagen überholten. Sie hätten jeweils stark bremsen müssen, um einen Zusammenstoß mit dem A8 zu verhindern. Der Angeklagte sei „ungeeignet zum Führen eines Kfz“, heißt es in der Anklage.

Detaillierte Aussage

Er habe die Geschwindigkeit der vorausfahrenden Autos falsch eingeschätzt, sagt der 36-Jährige vor Gericht. Er habe einen Unfall verhindern wollen und sei nach rechts ausgewichen, da die vorausfahrenden Autofahrerinnen nicht auf seine Lichthupe reagiert hätten und die linke Spur nicht verlassen hätten, obwohl die Fahrbahn rechts frei gewesen sei. Der 36-Jährige äußert sich sehr detailliert, sogar den Kilometerstand auf der Autobahn, es war Kilometer 105,5, weiß er nach eineinhalb Jahren noch genau.

450 Euro an die Verkehrswacht

Ein Auszug aus dem Verkehrszentralregister liegt Amtsrichter Fritzsche nicht vor. Der Angeklagte versichert jedoch, dass er keine Punkte habe. „Ich bin höchstens mal zehn km/h zu schnell gefahren.“

Für Amtsrichter Fritzsche ist nach 20 Minuten klar: Die Frauen hätten stark bremsen müssen, eine Gefahr für Leib und Leben indes sehe er nicht. „Damit bleibt nur noch die Ordnungswidrigkeit des Rechtsüberholens.“ Das Verfahren wird – in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung – eingestellt. Die Auflage: Der Herborner muss innerhalb von drei Monaten 450 Euro an die Verkehrswacht zahlen.

Die beiden Frauen bekommen indes von dieser Entscheidung nichts mit. Ihre Zeugenaussagen werden vor Gericht nicht gehört. Für die Burbacherin ist jedoch klar: „Das war damals eine gefährliche Situation. Wenn ich nicht schon so lange Auto fahren würde, hätte ich bestimmt das Lenkrad verrissen“, sagt sie vor dem Gerichtssaal. Ein Polizist habe ihr damals zu der Anzeige geraten. Vom Ausgang der Verhandlung ist sie enttäuscht.

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