Zuwanderer in Arbeitswelt integrieren

Siegen..  „Menschen, die aus anderen Staaten zu uns kommen, können unsere Wirtschaft und die Gesellschaft bereichern. Dies setzt allerdings voraus, dass wir ihnen hierzu noch mehr Chancen bieten.“ Das betonte Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, angesichts der aktuellen Zuwanderungsdebatte.

Die Politik habe zwar Regeln zur Arbeitsmigration liberalisiert. Das reiche der regionalen Wirtschaft nicht. „Niemand bietet diesen Menschen heute eine Lehrstelle an, wenn nicht sicher ist, ob sie morgen noch hier sind.“ Wenn man junge Einwanderer integrieren wolle, solle die Vorrangprüfung in Engpassberufen abgeschafft oder regionale Differenzierungen erlaubt werden. Was im Bayerischen Wald an Stellen knapp sei, könne in Wittgenstein im Überfluss vorhanden sein. Daneben müssten Sprachkurse intensiver gefördert und ausländischen Studienabbrechern stärker betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten angeboten werden können.

Sinnvoll ist es nach Ansicht des für berufliche Bildung zuständigen IHK-Geschäftsführers Klaus Fenster die Gleichwertigkeit ausländischer Qualifikationen mit inländischen Berufen frühzeitiger festzustellen, Gehaltsgrenzen bei Hochqualifizierten weiter zu senken und Absolventen deutscher Hochschulen die unbefristete Niederlassungserlaubnis zu erteilen. Jungen, geduldeten Ausländern solle eine Lehre und eine danach eine Weiterbeschäftigung befristet erlaubt werden.

Es gehe der IHK auch um eine schnellere Umsetzung zugesagter Vorhaben. Im November 2014 sei in Siegen eine metalltechnische Berufsorientierung für Asylbewerber konzipiert worden. Die IHK unterstütze das Projekt mit 50 000 Euro, wenn das Land NRW die Co-Finanzierung übernehme. Genau das habe Arbeitsminister Guntram Schneider zugesichert. „Leider mahlten die bürokratischen Mühlen danach jedoch langsamer als wir es uns erhofften, so dass ein Start frühestens im Mai gelingen kann – ein halbes Jahr nach der Ankündigung“, so Fenster.

Daher gingen einige Unternehmen eigene Wege und installierten zum Beispiel Patensysteme für neueingestellte ausländische Mitarbeiter oder sie überprüften ihr Einstellungsverfahren, so dass Migranten bessere Chancen erhalten würden.