Zusammengehen macht Sinn

Der Bürgermeisterwahlkampf in Hilchenbach wird spannend. Zwei Kandidaten werden es wohl sein, keiner mit Amtsbonus. Ob die Wähler die Wahl haben werden zwischen zwei Einheimischen oder einem Hilchenbacher und einem Auswärtigen, ist noch das Geheimnis von UWG, Grünen und FDP. Dass die Wähler sich nicht von Parteien vorschreiben lassen, wem sie ihre Stimme geben, versteht sich — insofern macht das Vorgehen der CDU, „ihren“ Mitgliedern und Anhängern den SPD-Mann ans Herz zu legen, auf jeden Fall neugierig.


Aus Sicht der beiden Parteien macht das Zusammengehen Sinn: Das Wissen, dass sie in Hilchenbach allein nichts ausrichten kann, vererbt sich in der CDU über Generationen. Ihre beste, weil einflussreichste Zeit hatte sie in den 1980ern und 1990ern, als die Fraktionschefs Wolfgang Ruth (CDU) und Christoph Heilmann gemeinsam mit Stadtdirektor Wolfgang Bell (CDU) alle Strippen zogen. Die SPD wiederum schafft ihrem Bürgermeisterkandidaten einen Mitbewerber vom Hals. Als die CDU 2004 mit Renate Gehrmann eine eigene Kandidatin aufstellte, schaffte es Udo Hoffmann nicht einmal in die Stichwahl. Elf Jahre brauchte die SPD bis heute, um es überhaupt noch einmal zu versuchen.


Bürgermeister Sven Wengenroth hätte eine Ratsmehrheit hinter sich — sein noch nicht bekannter Mitbewerber müsste in den nächsten Jahren gegen sie regieren. Fraglich ist allerdings, wie lange der Pakt von SPD und CDU den Wahltag überdauert. Der erste Anlauf im vorigen Jahr dauerte nur einen Sommer lang, bis die Steuererhöhungs-Verweigerer in der SPD umkippten. Auch dieses Thema kommt zurück. Spätestens 2018.