Zusammenarbeit bis unters Dach

Oberschelden..  Die Erkenntnis, dass der lateinische Name des Echten Hausschwamms ihn treffend beschreibt, ist vielen Immobilienbesitzern nicht neu. „Serpula lacrymans“, der „tränende Hausschwamm“ scheidet nicht nur selbst kleine Wassertröpfchen aus – er vermag auch Hausherren zum Weinen zu bringen. Beim Bürgerhaus Oberschelden etwa trug das Gewächs dazu bei, dass eine überschaubare Dacherneuerung in eine Sanierung für weitere 258 000 Euro wegen Befalls mit Substanz zerstörenden Pilzen mündete. Nun allerdings ist alles geschafft, auch und gerade dank des Einsatzes der örtlichen Vereine. Am Freitag wurde das Bürgerhaus offiziell wiedereröffnet.

„Es ist auch ein Zeugnis der immensen Bedeutung des Ehrenamts“, sagte Bürgermeister Steffen Mues und lobte das „beispielhafte Engagement“. Die Stadt ist Eigentümerin des denkmalgeschützten Gebäudes, doch einen entscheidenden Anteil am Erhalt haben die Oberscheldener selbst. Einen „rettenden Betrag“ (Mues) von 100 000 Euro stellte nämlich die NRW-Stiftung zur Verfügung. Deren Zuschüsse allerdings gehen nicht an Kommunen, sondern an private Eigentümer oder Vereine als Betreiber solcher Objekte. Der Heimat- und Verschönerungsverein Oberschelden stellte so den erfolgreichen Antrag.

Eckhard Uhlenberg, 1. Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtags und Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, nannte Gründe für die 100 000-Euro-Entscheidung. Das 1870 als Schule errichtete und 1892 erweiterte Bürgerhaus sei „prägend für das Ortsbild“, außerdem „beispielhaft für die Entwicklung des Schulwesens hier im Siegerland“. Nicht zuletzt aber „hat uns das Engagement der Vereine überzeugt“.

An einem Strang gezogen

Mehr als 30 Helfer haben über 3000 Arbeitsstunden investiert. Allein diesen Posten bewertet die Stadt mit etlichen tausend Euro Ersparnis. Darüber hinaus haben die Ehrenamtlichen Sponsorengelder von mehr als 32 000 Euro eingeworben.

Während das Haus von außen sein vertrautes Antlitz bewahrt hat, zeigt es sich innen äußerst modern. Zur Ausstattung im großen Saal gehört beispielsweise ein leistungsfähiger Beamer. Mit Hilfe der Sponsoren stand im Endeffekt nämlich sogar etwas mehr Geld zur Verfügung als für die reine Sanierung angesetzt war.

Die Kooperation von Stadt und Vereinen lief, wie die Beteiligten glaubhaft versichern, überaus produktiv. „Ich danke für die herzliche und gute Zusammenarbeit hier in Oberschelden. Es hat Spaß gemacht“, betonte der städtische Bauleiter Jörg Heide. Bernd-Martin Schramm, Vorsitzender des Heimatvereins und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Vereine, der den Einsatz der Ehrenamtlichen koordinierte, gab den Dank zurück: „Immer, wenn etwas zu regeln war, haben wir es gemeinsam regeln können.“