Zu wenig Platz für Flüchtlinge in Siegen - Stadt sucht Unterkünfte

Keine gute Perspektiven: In Siegen gibt es zu wenig Platz für Flüchtlinge.
Keine gute Perspektiven: In Siegen gibt es zu wenig Platz für Flüchtlinge.
Foto: Hendrik Schulz
Was wir bereits wissen
Die drei Wohnheime für Flüchtlinge in Siegen werden künftig deutlich zu wenig Platz bieten. Zwei Unterkünfte sind schon überbelegt. Die Stadt prüft nun alle leeren Gebäude. Auch von Containern ist wieder die Rede.

Siegen.. Die anhaltend hohe Zahl von Asylbewerbern stellt Städte und Gemeinden vor Probleme. Da 2015 mit weiter steigenden Zahlen gerechnet wird, sucht die Stadt Siegen seit Wochen nach Immobilien, in denen Menschen einquartiert werden können. Die bisher drei Wohnheime werden künftig deutlich zu wenig Platz bieten.

Die Zuweisungszahlen des Landes haben sich seit Dezember 2012 weit mehr als verdoppelt: Damals wurden Siegen 71 Asylbewerber zugewiesen, Anfang Dezember 2014 waren es bereits 183 Menschen. Mit einer Entspannung rechnet die Verwaltung auf absehbare Zeit nicht. Auch von Container-Lösungen wie in den 90er Jahren ist wieder die Rede.

Der „Zuweisungsdruck“ halte weiter an, sagt Claudia Scheffler, Sprecherin der Stadt Siegen. Es zeichne sich ab, dass die drei städtischen Übergangseinrichtungen mit insgesamt 114 Plätzen und der angemietete Wohnraum nicht ausreichen. Im Wiesental stehen 40, in der Siegtalstraße 49 und Am Dreesch 25 Plätze zur Verfügung. Anfang Dezember lebten jedoch schon 145 Menschen in den drei Einrichtungen (Im Wiesental: 67 / Siegtalstraße: 49 / Am Dreesch: 29).

Zwei Einrichtungen sind schon überbelegt

Zwei Einrichtungen sind damit schon überbelegt. „Tatsache ist, dass derzeit alle zugewiesenen Asylbewerber und Flüchtlinge in Siegen einen Platz bekommen“, versichert Sozialamtsleiter André Schmidt. Die Stadt Siegen prüfe daher derzeit mit Hochdruck alle freien und frei werdenden Immobilien und Grundstücke auf die Möglichkeit hin, Asylbewerber und Flüchtlinge dort unterzubringen, sagt Pressesprecherin Claudia Scheffler.

Asyl Dazu gehören zum Beispiel auch Grundstücke, auf denen Container aufgestellt werden können. Gebäude oder Grundstücke nannte sie nicht. Abschließende Entscheidung seien noch nicht getroffen, da zum Teil auch erst einmal die Bausubstanz geprüft werden müsse, heißt es. Nach Informationen dieser Zeitung ist auch die leerstehende Turnhalle der Winchenbachschule im Gespräch. Das wollte die Stadt Siegen indes weder bestätigen noch dementieren.

Bürger die Platz haben, sollen Platz schaffen

Die Stadt Siegen wolle zudem versuchen, privaten Wohnraum anzumieten. „Wir werden uns noch verstärkt an die Bürger wenden, wie schon bei den Studenten“, erklärt Claudia Scheffler. Das funktioniere schon bei vielen Familien sehr gut. „Wer Platz hat, soll Platz schaffen. Hier geht es schließlich um Menschen.“

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