Zu wenig Kinder für zwei Grundschulen

Burbach..  Bis Ende 2015 wird der Gemeinderat entscheiden, ob die Grundschulen in Niederdresselndorf und Holzhausen in einem Verbund weitergeführt werden oder ob der Schulstandort Niederdresselndorf aufgegeben wird. Eine Machbarkeitsstudie, die der Schulausschuss in seiner Sitzung am Montag, 23. Februar, in Auftrag geben soll, soll beide Varianten vergleichen und zudem darstellen, wie das Gebäude in Niederdresselndorf weiter genutzt oder verkauft werden könnte.

Handlungsbedarf entsteht, weil bis 2016 beide Schulleiterstellen frei werden. Gertraud Lehr (Dresselndorf) geht bereits in diesem Jahr am 30. September in Pension, Harri Hermann (Holzhausen) zum Ende des nächsten Schuljahrs. Vor der Neuausschreibung der Stellen verlangt die Bezirksregierung den Nachweis, dass beide Schulen langfristig fortgeführt werden können — und diesen Nachweis wird Burbach schuldig bleiben.

2018 nur acht Lernanfänger

Schon vom Schuljahr 2016/17 an unterschreitet die Grundschule Dresselndorf die Mindestzahl von 92 Schülern. Sie kann dann allenfalls noch als Teilstandort in einem Verbund weitergeführt werden, so wie ihn bereits Burbach und Wahlbach gebildet haben; für den gesamten Hickengrund würde folglich nur noch eine Schulleiterstelle besetzt.

In ihrer Vorlage lässt die Verwaltung durchblicken, dass sie wenig von einem Erhalt beider Schulstandorte hält. Es erscheine „hinsichtlich der Flexibilität eines breit gefächerten schulischen Angebots, der Effizienz von Arbeitsabläufen und Personaleinsatz sowie dem Einsatz finanzieller Mittel (....) zumindest überlegenswert, mittelfristig lediglich an einem Standort im Hicken­grund die Grundschularbeit anzubieten“. Der wäre dann aber zwangsläufig in Holzhausen, weil nur dort Platz für eine zweizügige Schule ist und bauliche Veränderungen denkbar wären, um die dann benötigten zusätzlichen Differenzierungsräume zu schaffen.

Für das Schuljahr 2018/19 werden in Dresselndorf nur acht Lernanfänger erwartet — anders als in allen anderen Planungsjahren von 2015 bis 2021 zu wenig, um eine Klasse zu bilden. Auch zusammen mit den fünf Erstklässlern aus Lützeln, die sonst in Holzhausen eingeschult würden, käme nicht die Mindest-Klassengröße von 15 Kindern zustande. Folglich müssten weitere Kinder aus Holzhausen nach Niederdresselndorf geschickt werden. Ihnen wäre dann aber die Teilnahme an der offenen Ganztagsgrundschulde (OGS, nur am Standort Holzhausen) verwehrt; gleichzeitig müssten sie an dem in Dresselndorf eingeführten bilingualen (zweisprachigen) Unterricht teilnehmen. Würde Holzhausen zweizügig als einzige Grundschule im Hickengrund weitergeführt, könnten dort — so die Verwaltung — allen Kindern ein bilingualer Zweig und die OGS angeboten werden.