Zu-Flucht: Als Flüchtling unterwegs

Weidenau..  Das Thema Flüchtlinge nahm in diesem Jahr beim Projekttag der Jahrgangsstufe Q1 im Evangelischen Gymnasium in Weidenau eine besondere Stellung ein. In einer aufwändigen Rauminstallation wurde optisch und akustisch der Weg von Flüchtlingen nachgespürt.

Mendy Stephan erläuterte das Projekt „Zu-Flucht“ am Eingang in den dunklen Tunnel. Ein Musikgrollen, das sich mitunter wie ein Schiffsdieselmotor anhörte, begleitete den Weg durchs dunkle Ungewisse. Mit grünem und blauem Licht ausgeleuchtet hingen an den Seiten des Tunnels Bilder, die Stationen von Flüchtlingsschicksalen auf dem Weg nach Europa zeigten. Den Tod vor Augen, erreichen viele Flüchtlinge nicht das vermeintlich sichere Festland. Wieder ins helle Licht gelangend, wurde der Weg über den Asylantrag bis zur spartanisch ausgestatteten Asylunterkunft dargestellt.

Flüchtlinge eingeladen

Etliche Schüler hatten sich seit Anfang des Jahres für neu angekommene Flüchtlinge und Asylbewerber in den städtischen Übergangseinrichtungen engagiert. Flüchtlinge aus dem Köhlerweg wurden in die Schule eingeladen und konnten in der Schulmensa zu Mittag essen. Gemeinsame Stadtrundgänge und Aktionen trugen dazu bei, dass sich die Flüchtlinge nicht als Fremde fühlen, sondern sich schneller integrieren konnten.

In der Unterkunft Wiesental wurden zehn Kinder und Jugendliche betreut. Gemeinsam besuchten sie städtische Einrichtungen und ebneten den Kontakt zu Gleichaltrigen. Hierdurch erfuhren die Schüler viel über Fluchtgründe, Herkunftsländer oder Asylverfahren. Superintendent Peter-Thomas Stuberg: „Durch das Kennenlernen einer konkreten erzählten Lebensgeschichte erhalten Menschen einen Namen, ein Gesicht.“