Zeit für Ehrung von Walter Krämer
18.04.2011 | 15:58 Uhr 2011-04-18T15:58:00+0200
Es sind bewegende Momente, wenn Zeitzeugen an historischer Stätte Zeugnis ablegen. So wie jetzt im ehemaligen KZ Buchenwald. Dort stehen Überlebende des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte. Sie mahnen, sich gegen den europaweit aufkeimenden Rassismus einzusetzen.
Und auf dem Appellhof steht der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma und erinnert an die schrecklichen Leiden seines Volkes, die allzu oft vergessen werden. Er, der in eigener Sache den Finger in die Wunde des Vergessens legen könnte, bricht allerdings hier eine Lanze für einen Siegener Widerstandskämpfer.
Für ihn ist es keine Frage, dass Walter Krämer ein großer Humanist war, der sich parteiübergreifend für die Opfer des Nationalsozialismus einsetzte und vielen von ihnen das Leben rettete. Krämer machte keinen Unterschied – weder bei Parteizugehörigkeit, Glauben, Rasse oder sexueller Orientierung. Er setzte sich für Menschen ein. Für alle Menschen! Unter widrigsten Umständen kämpfte er gegen Unrecht und für Menschenwürde. Das zeichnet ihn als einen großen Humanisten aus.
Dass auch jetzt noch – 70 Jahre nach der Ermordung durch Nazischergen – in seiner Heimatstadt politische Ränkespielchen gespielt werden, ist einfach unwürdig. Dabei ist es die Aufgabe der Stadtverordneten, das Beste für die Stadt zu tun. Doch die Ablehnung dieser Ehrung beschädigt das Ansehen Siegens. Springen Sie endlich über Ihre Schatten. Es ist längst an der Zeit!