„Xpeditionen“ feiern 50. Ausgabe mit Ausflug nach Indien

Kreuztal..  Es gibt Bilder von prächtigen Tempeln und staubigen Straßen, aber auch von Menschen, die auf der Straße schlafen. Ganze Familien liegen zwischen Autos, während der dichte Verkehr hinter dem Bordstein dahin fließt. Die Zuschauer in der gut gefüllten Stadthalle erfahren spannende und skurrile Geschichten über besondere Küchen, in denen „gesegnetes“ Essen gekocht wird, und über Leute, die ihr Geld damit verdienen, dass sie ihren Mitbürgern die Ohren reinigen.

„Indien – von Küste zu Küste“, ist der Titel des 50. Vortrags der Reihe „Xpeditionen@kreuztal“. Andreas Pröve, der das Land bereits 14 Mal im Rollstuhl besucht hat, ist zum ersten Mal im Siegerland. Bevor er das Wort bekommt, bittet Kulturamtsleiter Holger Glasmachers die Zuschauer um eine Schweigeminute zu Ehren der Anschlagsopfer in Frankreich. Es gehe um Freiheit, zum Beispiel auch jene, solche Reiseberichte zu erstellen, wie sie seit 2003 in der erfolgreichen Serie von Dia-Vorträgen präsentiert würden.

Idee von Klaus-Peter Kappest

Vorher hat er sich schon bei Klaus-Peter Kappest bedankt, der seinerzeit „bei uns im Büro stand und den Vorschlag gemacht hat“. Der Hilchenbacher wiederum ist froh, „dass ihr auf mich gehört habt“. Die Leute sind begeistert und gespannt. Auch überrascht über ihre vielen Nachbarn. „Ich dachte immer, ich bin der einzige, der sich für so etwas interessiert“, ist aus den Reihen zu hören.

„Ich hatte schon davon gehört, dass in Kreuztal etwas los ist“, beginnt dann der Referent der Jubiläumsveranstaltung seine Vorstellung. Andreas Pröve reist seit vielen Jahren (nicht nur) nach Indien und berichtet darüber in Büchern und eben Multimedia-Shows. Das Besondere: Der gelernte Tischler ist seit einem Motorradunfall im Alter von 23 Jahren querschnittsgelähmt (wir berichteten). Danach sei er trotzdem nach Indien gereist, in ein Land, „das mich immer schon interessiert hat“.

Diese 14. Reise „von Küste zu Küste“ war die dritte Expedition auf den Spuren der indischen Pilger. Pröve zeigt auch Einblicke in seine Vorbereitungen, wie er seinen Rollstuhl mit vormontiertem Handrad mit einem kleinen Motor versehen hat, um die Reise quer durch Indien etwas zu beschleunigen.

Hürden am Flughafen umschifft

Probleme gab es aber nicht nur mit dem deutschen TÜV, sondern auch mit den Flugzeugen. „Seit den Anschlägen von 2001 werden keine Motoren mehr transportiert.“ Also habe er den Motor auseinandergeschraubt, die Einzelteile in seinem Gepäck verteilt und den Benzingeruch mit Deodorant und Glühweingewürz übertüncht. „Ich habe dann erklärt, sie seien für den Rollstuhl, das braucht man“. Der Sicherheitsmann habe ihn daraufhin durchgelassen.