Wollseifer zu Gast bei Handwerkern in Siegen

Hans Peter Wollseifer spricht am Donnerstag in der Siegerlandhalle in Siegen anlässlich des Frühjahrsforums der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd.
Hans Peter Wollseifer spricht am Donnerstag in der Siegerlandhalle in Siegen anlässlich des Frühjahrsforums der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Hans Peter Wollseifer, Spitzenfunktionär der deutschen Handwerker, war am Donnerstag zu Gast ind er Siegerlandhalle.

Siegen..  Maler und Lackierer ist er. Den direkten Draht ins Kanzleramt hat er.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, kennt sich aus in den Zentren der Macht. Im Zuge des Frühjahrsforums der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd erläutert er am Donnerstag, was seine Branche derzeit umtreibt.

Erbschaftssteuer

Das Thema betrifft außerordentlich viele Handwerker. Nicht zuletzt werden in den kommenden zehn Jahren deutschlandweit 200 000 Handwerksbetriebe übergeben, sagt Hans Peter Wollseifer.

„Ich finde weiterhin viel Verständnis in der Politik für unser Anliegen, kleinere Handwerksbetriebe auch weiterhin zu verschonen, wenn sie Arbeitsplätze stellen“, sagt er. Dazu sollten Betriebe mit bis zu zehn oder bis zu 15 Beschäftigten zählen, fordert er.

Meisterbrief

„Der Meisterbrief ist kein Standesdünkel, er steht für eine hochwertige Ausbildung“, so der Präsident. Und die gelte es zu erhalten. Es gibt derzeit 41 Meisterberufe in Deutschland. Das bedeutet zum Beispiel, ohne Meisterbrief darf in diesen Professionen kein Unternehmen gegründet werden. Diese Berufszugangsregulierung stehe für gewisse Standards, „dieses hohe Niveau benötigen wir“.

Energieeffizienz

Auf der Agenda des Zentralverbands bleibt weiterhin die steuerliche Absetzbarkeit für Energieeffizienzleistungen am Haus. Das heißt, lässt ein Haus- oder Wohnungseigentümer sein Objekt unter energetischen Gesichtspunkten in Schuss bringen – ein neues Dach, bessere Fenster oder eine Dämmung – könnte er auf steuerliche Anreize hoffen.

Wenn das Vorhaben nicht zum zweiten Mal kassiert worden wäre, wie Hans Peter Wollseifer bedauert.

Mindestlohn

„Kein Problem bei uns, der tarifliche Mindestlohn liegt in vielen Bereichen weit über dem gesetzlichen.“ Was dem Funktionär und vielen seiner Kollegen jedoch Sorgen bereitet, sind die Dokumentationspflichten. „Die hatten wir zu Anfang gar nicht auf dem Schirm.“ Allerdings habe Kanzlerin Angela Merkel Ergebnisse einer „Mindestlohn-Evaluierung“ für die Zeit nach Ostern angekündigt.

Fachkräfte

Um einem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, werfen die Handwerker den Blick auf potenzielle Studenten wie auch auf weniger erfolgreiche Schüler: „Wir sind die Ausbilder der Nation.“ Nicht zuletzt, weil Handwerker nicht nur für den eigenen Betrieb ausbildeten.

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