Wolf streift durch den Wald südlich von Siegen

Ein Twitter Retweet von Umweltminister Johannes Remmel. Auf dem Bild einer Überwachungskamera ( Wildkamera , Nachtsicht ) soll ein Wolf zu sehen sein. Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist er in eine private Wildkamera eines Jägers getappt.
Ein Twitter Retweet von Umweltminister Johannes Remmel. Auf dem Bild einer Überwachungskamera ( Wildkamera , Nachtsicht ) soll ein Wolf zu sehen sein. Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist er in eine private Wildkamera eines Jägers getappt.
Foto: Twitter
Was wir bereits wissen
Der Wolf ist zurück im Siegerland. Die automatische Kamera eines Jägers hat das Tier vor wenigen Tagen im Wald fotografiert. Experten sind sicher: Es handelt es sich zweifelsfrei um einen Wolf.

Siegen.. Die Wildkamera habe Fotos des Tieres am 22. Januar zwischen 0.42 und 0.55 Uhr in einem Waldgebiet südlich von Siegen, sagte Frank Seidlitz, Sprecher des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums. Die Kamera soll auf dem Pfannenberg zwischen Neunkirchen-Salchendorf und Siegen-Eiserfeld gestanden haben.

DNA-Abgleich im Labor

Das Wolfsfoto ist ein Zufallsprodukt. Der Jäger, der anonym bleiben möchte, habe Aufnahmen von Füchsen machen wollen, die diese Region des Waldes oft durchstreifen. Als Köder hatte er ein totes Reh ausgelegt, sei. Füchse nahm die Kamera nicht auf: die Bilder zeigen einen Wolf.

Experten bestätigten, dass es sich bei dem Tier weder um einen Wolfshund, noch um ein anderes wolfsähnliches Tier handelt. Die Fotos, die das Ministerium gestern veröffentlichte, wurden durch das Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland in Spreewitz geprüft. Eine DNA-Analyse soll jetzt letzte Zweifel beseitigen.

Erst vor einer Woche hatte Landesumweltminister Johannes Remmel bestätigt, dass es sich bei DNA-Proben, die Ende Dezember im Kreis Minden-Lübbecke genommen wurden, um Spuren eines Wolfs handelt. Der Genabgleich im Labor für Wildtiergenetik des Senckenberg-Institutes in Gelnhausen soll jetzt klären, ob dieses Tier weiter ins Siegerland gewandert ist. Wölfe legen in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurück.

„Wir können jetzt nicht sicher sagen, ob es eine Besiedlung ist oder ob es sich um ein

Tier auf der Wanderschaft handelt“, sagte Ministeriumssprecher Frank Seidlitz. Auf den Bildern sei stets nur ein Wolf zu sehen. Junge Wölfe streifen hunderte Kilometer umher auf der Suche nach einem Partner. Ein Wolfsrudel, das in der Regel aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen besteht, hat dagegen ein festes Revier, dessen Größe stark variiert.

„Es war nicht der erste Wolf in unseren Wäldern. Es war der erste, der bemerkt wurde“, ist sich Stefan Tietjen, Wolfsberater für das Siegerland, sicher. Der Spaziergang im Wald sei auch nach einer dauerhaften Rückkehr völlig ungefährlich. Wölfe sind extrem scheue Tiere. „Sie wittern den Menschen so früh, dass man kaum eine Chance hat, sie zu Gesicht zu bekommen. Es ist ein Riesenglück, wenn man einen Wolfsschwanz um die Ecke huschen sieht“, sagt Tietjen. Wenn es doch zu einer Begegnung kommt, rät Jan Preller, Wolfsberater im Landesbetrieb Wald und Holz, dazu, Ruhe zu bewahren. Spaziergänger sollten niemals versuchen, das Tier anzufassen oder zu füttern. Wegzulaufen sei nicht ratsam. Besser sei es, einfach stehenzubleiben oder sich langsam zurückzuziehen, wenn man den Abstand vergrößern will. Man könne auch einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.

Lernen, mit dem Wolf zu leben

Dass sich die Menschen im Sauer- und Siegerland sowie anderen Regionen des Landes mit der Rückkehr des Wolfs anfreunden müsse, daran hat Seidlitz keinen Zweifel: „Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben.“

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