Wohnheim am Puls des Freudenberger Lebens

Freudenberg..  Die Bodelschwinghschen Anstalten aus Bethel bei Bielefeld sind vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beauftragt, im Kreis Siegen-Wittgenstein zwei Wohnheime für Menschen mit geistigen und Mehrfach-Behinderungen zu errichten. Eines davon soll auf einem Grundstück an der Olper Straße in Freudenberg entstehen (wir berichteten). Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Kultur und Touristik stellten Vertreter aus Bethel jetzt die Pläne vor.

Architekt Jörg Meier aus Hagen und Projektleiterin Stefanie Gellert-Beckmann zeigten auf, dass das Vorhaben in Freudenberg auf der Bedarfsermittlung des Landschaftsverbandes basiert. Darauf hin seien die Bodelschwinghschen Anstalten gebeten worden, sich nach einem Grundstück in der Region Siegen-Wittgenstein umzusehen.

In Freudenberg wurden sie schließlich fündig: das so genannte Kaiser-Grundstück, benannt nach dem einst dort ansässigen Unternehmen. Das lang gezogene Gelände zwischen Olper und Siegener Straße wurde bereits als geeignet eingestuft, weil es nahe an Einkaufsstätten und Freizeiteinrichtungen gelegen ist. Denn die 24 künftigen Bewohner des Heimes sollen so weit wie möglich am städtischen Leben teilhaben.

Für jeden Bewohner (ab 18 Jahre) wird es ein eigenes Appartement geben. 35 Beschäftigte werden rund um die Uhr für die Betreuung zuständig sein. Die Lage des zur Olper Straße hin dreistöckigen Gebäudes, also der Eingang zur am stärksten befahrenen Straße Freudenbergs, sei kein Hinderungsgrund; sondern wird von den Planern als „optimal“ eingestuft, wie Architekt Meier sagte: „Wir sind mehr als glücklich über die Zentralität und das Leben drumherum.“ Ein Ghetto für die Behinderten soll mithin nicht in Freudenberg entstehen.

Sorgen um Sicherheit der Bewohner

Aus dem Ausschuss, der das Projekt nur zur Kenntnis nahm, kamen eher technische Fragen: So wollte Dietmar Wirth (SPD) wissen, wie denn die Stellplatzfrage gelöst werde, wenn der Schichtwechsel stattfindet, zumal nur zwölf Fahrzeuge von Mitarbeitern auf dem Gelände des künftigen Heimes Platz finden können. Laut Baudezernent Karl-Hermann Hartmann gebe es die Option, auch entlang der Siegener Straße weitere Parkplätze einzurichten. Dass das Wohnheim „eingeklemmt“ zwischen zwei Straßen gelegen sei, beschäftigte Kornelia Busch-Pfaffe (CDU). Sie sorgte sich um die Sicherheit der Bewohner, wenn sie „allein rausgehen“. Aber das ist ausgeschlossen, weil stets Betreuer dabei sind. Projektleiterin Stefanie Gellert-Beckmann: „Wir haben keine Probleme mit der Straßensituation.“

Entschieden ist noch nichts. Die Gremien werden sich weiter mit dem Thema befassen, wobei bereits bei der Vorstellung des Projekts Zustimmung aus den Fraktionen signalisiert wurde. Für den Bereich besteht kein Bebauungsplan, wohl aber ist im Flächennutzungsplan Wohnbebauung vorgesehen. Laut Dezernent Hartmann würde ein Wohnheim zulässig sein.