Wir haben Kernkraft nicht im Griff

Gemeinde muss Transporte zum Windpark ermöglichen. Die jahrelangen Debatten, Demos oder Bürgerversammlungen um unsere „Energie von morgen“ sind sicher hilfreich. Auch die Bedenken von Bürgern, die in unmittelbarer Nähe keine Windkraftanlage haben wollen, ist sicherlich verständlich. Jedoch der oben erwähnte Artikel kann nicht ohne Widerspruch bleiben.

Johannes Müller von der Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“ muss sich von mir fragen lassen, woher er die gewaltigen Mengen an Stromenergie in Deutschland hernehmen will? Könnte sein Engagement den Hintergrund haben „Zurück zur Kernenergie?“

1986 kam es in Tschernobyl zum Zusammenbruch des Kernkraftwerks. Waldbrände setzten 2002, 2008 und 2010 verstärkt radioaktives Cäsium-137 frei. Das heißt, erst nach dieser langen Zeit wird die Hälfte der Radioaktivität abgebaut sein. Danach wieder die Hälfte ... Ob dann unsere Erde noch besteht, wage ich zu bezweifeln.

Eine Journalistin des WDR-5 hielt sich dort in der Umgebung (mit Sondergenehmigung)etliche Tage auf. Nach Aussagen von Fachleuten war „Fukushima schlimmer als Tschernobyl“. Riesige Mengen radioaktiver Edelgase wurden freigesetzt. Kurz und gut: Wir haben die Kernkraft nicht im Griff. Atommüll-Fässer rosten vor sich hin. Bis heute steht noch immer kein Endlager zur Verfügung.

Was bleibt? PV auf den Dächern - Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung - Erdwärme - Kohlekraftwerke – und natürlich die Windenergie. Einige moderne Kohlekraftwerke werden wir wohl als „Brückenenergieträger“ brauchen, wenn die Sonne nicht so recht scheinen will und dem Wind mal „die Puste ausgeht“. Zum Glück hatte ich letztes Jahr die Gelegenheit dabei zu sein, als der Riesenkran auf den Höhen der Gemeinden Hesselbach/Fischelbach mit den einzelnen Abschnitten des Pilons versorgt wurde. Lange 20-Achser mussten mühsam mit zwei Zugmaschinen (jeweils 750 PS) enge Waldwege „hochkriechen“. Den „erzürnten Bürgern im Zuschauerraum“ sei ein Umdenken angeraten: Christliche Werte weichen nicht der Windkraft – sie ermöglichen sie.

Besonders in der Passionswoche habe ich volles Verständnis für Johannes Müller und seiner Bürgerinitiative; auch ich halte auf meinen Wanderungen an einem Kreuz inne. In unserer reformierten Kirche in Hilchenbach gibt es allerdings kein Kreuz. Mit meinem Vorschlag an das Presbyterium bin ich gescheitert. Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen finden weiterhin statt – ohne Kreuz im Altarraum.