Willkommen in Kreuztal

Kreuztal..  Der Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern nach Kreuztal ist ungebrochen. Zurzeit sind knapp 170 Erwachsene und Kinder in städtischen Wohnungen untergebracht. Aber dort sollen sie nicht ihrem Schicksal überlassen bleiben. Die Stadt bemüht sich, eine Struktur aufzubauen, um diesen Menschen zu vermitteln, dass sie willkommen sind.

Lernpaten und Stadtführer

Bei einem Treffen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Weißen Villa erklärten 19 Anwesende sich bereit, als Willkommenspaten zu fungieren. Wie dieses Ehrenamt ausgefüllt wird, darüber bestehen schon klare Vorstellungen, die in den nächsten Wochen in konkrete Handlungsfelder gefasst werden. Das Spektrum reicht von Besuchen in den Wohnunterkünften über Stadtführungen in der unmittelbaren Umgebung mit den notwendigen Informationen über Schulen, Kindergärten, über den Nahverkehr und Alltagsfragen wie zur Mülltrennung bis hin zu den Sprachkursen der Volkshochschule in der neuen Stadtbücherei.

Begleitung bei Arztbesuchen und die Heranführung an Vereine werden ebenso zu den Aufgaben der Paten gehören, die vorzugsweise in den Stadtteilen tätig werden sollen, aus denen sie selbst stammen. Sozialdezernentin Edelgard Blümel freute sich über den Zuspruch aus den Reihen der Bürger, die an diesem ersten Treffen teilnahmen.

Nach den Lernpaten, die inzwischen an mehreren Schulen ihren Dienst aufgenommen haben, erfasst das Willkommensangebot nun auch Familien und Alleinstehende. Letztere - immerhin befinden sich Angehörige aus 30 verschiedenen Nationen unter den Flüchtlingen und Asylsuchenden - sind besonders auf hilfreiche Hände angewiesen, um sich in der neuen Heimat auf Zeit zurechtzufinden.

Die insgesamt 48 Kinder aus vielen Krisenregionen finden in Grundschulen und Hauptschule zahlreiche Integrationsangebote, wie unlängst im Schulausschuss dargelegt wurde.

69 Neuankömmlinge in diesem Jahr

Zugewiesen werden die Menschen im Wochentakt: Erst Mitte dieser Woche waren sechs neue Flüchtlinge angekündigt, fünf erreichten schließlich Kreuztal. Für sie stehen städtische Gebäude in Krombach, Fellinghausen, Osthelden, Ferndorf, Buschhütten und nahe der Stadtmitte bereit – teilweise Doppel- oder Mehrfamilienhäuser und auch leer stehende Hausmeisterwohnungen.

Wurden im ganzen vorigen Jahr 105 Neuankömmlinge registriert, sind es in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 69. Allerdings gibt es einige Fluktuation, wie Dezernentin Blümel sagte: Seit Jahresbeginn haben auch 30 Menschen Kreuztal wieder verlassen.