Willkommen in Deutschland

Der Kreis mietet für das Land die Kasernen, die nun „Zen­trale Unterbringungseinrichtung“ sind. Eine freiwillige Leistung, zu der Kreis nicht verpflichtet wäre. Denn zentrale Unterbringung ist Landessache. Vorher kommt aber die Erstaufnahme. Und zu der wiederum ist der Kreis verpflichtet. Willkommen in Deutschland.

Das Land überträgt das Innenleben des Hauses an das DRK. Der Kreis errichtet eine Zentrale Ausländerbehörde und stellt dafür das Personal ein — wie das arbeitet, bestimmt das Land, das auch die Kosten trägt. Und dann ist da schließlich der Bund mit seinem Bundesamt für Migration als weiterer Spieler in der Arena. Noch einmal: Willkommen in Deutschland.

Wenn das alles gut geht, dann nur deshalb, weil alle, die haupt- und ehrenamtlich daran arbeiten, ihr Bestes tun für die Menschen, die hier Zuflucht suchen. Wer hier mit den herkömmlichen Maßstäben kommunaler Politik arbeitet, wird verlieren: Klar — da wird freiwillig mehr getan. Aber etwa für ein Steckenpferd? Klar — der Kreis gibt Geld aus. Aber würden diese Ausgaben nicht sowieso bei den Steuerzahlern ankommen? Und klar — da fallen Überstunden an. Was hätten die Mitarbeiter des Kreises denn sonst ohne die Flüchtlinge getan?

Der Kreis Siegen-Wittgenstein mischt sich ein, so weit man ihn lässt. Das ist gut so. Willkommen in Deutschland.