Wie sich der Post-Streik im Siegerland auswirkt

Streik bei der Post: Laut Gewerkschaft Verdi wurden in der Nacht zu Mittwoch die gelben Post-Kisten im Verteilzentrum von Aushilfen und Verwaltungsmitarbeitern bestückt.
Streik bei der Post: Laut Gewerkschaft Verdi wurden in der Nacht zu Mittwoch die gelben Post-Kisten im Verteilzentrum von Aushilfen und Verwaltungsmitarbeitern bestückt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Während die Deutsche Post keine Auswirkungen des Streiks spüren will, lobt Verdi die große Teilnahme. Weitere Kundgebungen sind geplant.

Siegen/Freudenberg.. Auch im Siegerland haben Mitarbeiter der Post ihre Arbeit niedergelegt. Über die Auswirkungen sind sich Gewerkschaft und Arbeitgeber jedoch nicht einig. Während die einen davon sprechen, dass gerade in der Nacht auf Mittwoch „viel falsch gelaufen“ sei, vergleichen die anderen die Streikauswirkungen mit denen einer gewöhnlichen Grippewelle. Laut Verdi arbeiteten im Briefverteilzentrum in Freudenberg in der Nacht auf Mittwoch nur vier Beschäftigte, die im Dienstplan vorgesehen waren.

„48 haben definitiv gestreikt. Aber es gab Streikbrecher“, so Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch. Aushilfen und Angestellten aus der Verwaltung, bei ihnen sei die Streikneigung traditionell weniger ausgeprägt, seien in der Sortierung verpflichtet worden. Es sei viel falsch gelaufen, berichteten die Verdi-Leute, die in der Nacht vor Ort waren. Weiskirch schätzt: „70 bis 80 Prozent der Sendungen sind nicht raus gegangen.“ Bei den Paketen sei so gut wie nichts gegangen.

„Auswirkungen wie bei einer normalen Grippewelle"

Anders stellt die Deutsche Post den Verlauf der Streiknacht dar. Laut Sprecher Alexander Böhm seien von 50 Beschäftigten im Verteilzentrum in der Nacht zwölf nicht zur Arbeit gekommen. „Auswirkungen wie bei einer normalen Grippewelle.“ Bei den Zustellern habe es noch weniger Ausfälle gegeben. In der Siegener Innenstadt sind in vier Zustellbezirke keine Post ausgetragen worden, so Böhm. Laut Verdi seien die Auswirkungen des Streiks auch in Netphen und Hilchenbach spürbar gewesen.

„Es gibt keine Rückstände. Wir haben alles aufgearbeitet“, so Böhm. Einiges werde über die Werbepost aufgefangen, dort gelten nämlich andere Beförderungszeiten. Liegt der frankierte Brief in der Posttasche des Briefträgers wird er innerhalb von 24 Stunden zugestellt, bei Werbepost habe die Post einen Spielraum von vier Tagen. „Die bleibt dann erst liegen.“

Ein Drittel der Beschäftigten streikt

Für die Streikkundgebung am Freitag vor der Hauptpost in Siegen rechnet die Gewerkschaft mit 100 bis 110 Teilnehmern. Somit würden gut ein Drittel der Post-Beschäftigten streiken, so Weiskirch. Beamte und Nichtgewerkschaftsmitglieder streiken nicht.

Infos zur Kundgebung:
- Am Freitag, 12. Juni, findet von 9 Uhr bis 10 Uhr in Siegen eine Kundgebung der streikenden Postbediensteten der Region statt.
- Die Kundgebung ist vor der Hauptpost (Kundeneingangsbereich) in der Hindenburgstraße, kündigt Verdi an.
- Sprechen werden unter anderem Elke Fleßner, Bezirksvorsitzende des Verdi-Bezirks Siegen-Olpe und Streikleiter Dieter Herrmann.


Diskutieren Sie mit uns bei Facebook .