„Wie eine Fahrt mit der Eisenbahn“

Kreuztal..  Torsten Sträter trägt gern Mütze. Und scharrt mit den Hufen, wie er sagt. Wer wissen will, was das eine mit dem anderen gemein hat: Der Künstler sprach mit uns – im Vorfeld seines Auftritts am kommenden Freitag, 16. Januar, 20 Uhr in der Stadthalle.

Frage: Worauf dürfen sich die Kreuztaler freuen?

Torsten Sträter: Die auf mich? Ich freu’ mich eher auf die. Zwei Wochen Winterpause waren wirklich genug. Faulenzen, auf dem Sofa liegen, alles schön und gut. Aber irgendwann ist es doch besser, wenn es wieder losgeht. Pause machen fällt mir schwer. Ich bin zwar gut dafür gemacht, allerdings scharre ich irgendwann mit den Hufen. Ich habe es sogar mit Sport versucht.

Sport, etwa Schwimmen?

Das ist viel zu aufwändig. Schwimmen geh ich mit meinem Sohn, wir werfen uns Bälle zu. Nein, ich habe ein wenig trainiert. Das ist jedoch nichts im vergleich zu Auftreten. Auftreten tut gut. Das ist ein unfassbares Privileg. Die Leute kommen zu Ihnen, nur um Sie zu sehen. Und bezahlt haben sie dafür auch noch.

Plagen Sie Versagensängste?

Sie wurden im Lauf der Zeit kleiner. Inzwischen würde ich eher von nicht-kompatiblem Humor sprechen. Ich merke auf der Bühne recht schnell, ob es passt oder eben nicht. Was mittendrin passiert, bestimme zu 70 Prozent ich, zu 30 Prozent das Publikum.

Sie sind Autor, Poetry Slammer und Kabarettist. Was ist wichtiger, das geschriebene oder das gesprochene Wort? Was macht mehr Spaß?

Das eine hat viel mit dem anderen zu tun. Ich habe natürlich meine Skripte, habe meine Geschichten aufgeschrieben. Aber ich komme auf der Bühne auch gern ins Erzählen.

Ist Schreiben für Sie eine einsamer Job?

Eher zurückgezogen. Das mache ich ja bewusst so, gehe in mein Arbeitszimmer mit Tee oder Kaffee, zurzeit ohne Zucker, und schreibe. Oft jede Menge. Fürs Fernsehen wird das dann gekürzt. Was übrigens nicht schlecht ist. Letztendlich fühle ich mich auf der Bühne wohl. Ich verbringe einen Abend – mit guten Bekannten, die ich überhaupt nicht kenne.

Ihr Programm heißt Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben, Menschen, die Ihre Bücher lesen, prusten regelrecht los vor Lachen, schreiben Sie. Spielt Kontrollverlust bei Torsten Sträter eine große Rolle?

Ich bin eher ein Freund von Vollkontrolle. Ein Auftritt von mir ist wie eine Fahrt mit der Eisenbahn. Ab und zu hält der Zug, jemand steigt ein, jemand steigt aus. Dann aber geht es weiter auf den Schienen. Vielleicht sind es fünf Prozent Kontrollverlust, der große Rest ist Sich-treiben-lassen. Und das macht man bewusst. Mein Publikum will sich immerhin bis an die Grenze des Hirnrissigen amüsieren.