Wer hat meinen BMW zertrampelt?

Hier wurde Marwin Madukas BMW demoliert. Um die Täter zu finden, sucht er auf Facebook nach Zeugen.
Hier wurde Marwin Madukas BMW demoliert. Um die Täter zu finden, sucht er auf Facebook nach Zeugen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Siegener Marwin Maduka sucht die, die sein Auto auf einem Parkplatz demolierten. Auf Facebook gibt es dazu ausfallende Kommentare.

Siegen..  Marwin Maduka (22), sportlicher Typ, weißes Shirt, Jeans, sitzt in der Bäckerei neben dem Netto-Supermarkt, redet über das, was letzten Samstag passiert ist. „Ach, warst du das mit dem Auto? Furchtbar!“, sagt eine Verkäuferin erschrocken. Die beiden kennen sich nicht. Die Geschichte von seinem zerstörten BMW haben bei Facebook viele mitbekommen.

Samstagnacht, gegen zwei Uhr, parkt Maduka seinen BMW auf dem Netto-Parkplatz an der Sandstraße. Er möchte Feiern gehen. „Normalerweise stelle ich das Auto außerhalb ab. Das war eine spontane Aktion“, sagt der 22-Jährige. Als er mit seinen Freunden zurück kommt, sieht er seinen silbernen BMW E36. Die Scheiben zertrümmert, die Reifen zerstochenen, das Dach komplett verbeult. Irgendwer muss darauf rum gesprungen sein, die Polizei findet später Schuhabdrücke.

„Feige Hunde“

Marwin Maduka begibt sich selbst auf die Suche. Das muss doch jemand mitbekommen haben. Er schickt ein Foto zu der Facebook-Seite „Verspottet Siegen“. Die Seite hat mehr als 12 000 Fans, Dinge die dort hochgeladen werden, verbreiten sich schnell, viral eben. Meistens melden sich Leute dort, die sich über andere ärgern. Wenn einem jemand das Auto demoliert, kann man sich schon einmal aufregen. Sein Post wird mehr als 30 mal geteilt, sammelt viele Daumen. Die Kommentare sind voller Zusprüche, viele werden jedoch ausfallend. „Was gibt es doch für feige Hunde, die ihre Minderwertigkeitskomplexe an Gegenständen ausleben“, sagt einer. „Wie kann man nur so kaputt sein“, schreibt ein anderer, empfiehlt Maduka die Täter zu finden und sogar, so wörtlich, „deren Fressen zu demolieren“. Marwin Maduka findet das übertrieben. „Ich bin nicht so, dass ich sagen würde, ich müsste jemanden hauen. Ich würde nur gern wissen, wer das war, damit ich ihm sagen kann, dass das scheiße ist.“

Der neue Wagen soll jetzt ein Audi TT werden. „Dann stelle ich mein Auto nur noch dahin, wo Kameras sind. Oder außerhalb, wo nachts keine Betrunkene herlaufen“, sagt der Geisweider.

Der BMW steht in der Werkstatt. Und das nervt den 22-Jährigen am meisten. „Ich kann nicht zum Training nach Wuppertal oder diese Woche nach Amsterdam, mit der Bahn dauert das alles zu lange“, bedauert der professionelle BMX-Fahrer. Er ist jetzt wieder viel zu Fuß unterwegs.

Und da kommt es seit der Facebook-Sache zu ungewöhnlichen Begegnungen. Auf dem Heimweg, an der Koblenzer Straße schreit plötzlich einer: „Ey, was is’ denn mit deiner Karre los?“ Marwin dazu: „Einerseits ist es schön, die Aufmerksamkeit zu bekommen, manchmal nervt es auch“. Nach dem Facebook-Aufruf hätten ihn direkt 20 Mädchen angeschrieben, die ihm Mitleid zeigen wollten.

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