Weitere Kreisel und bessere Ampeln

Freudenberg..  Verkehrsprobleme bleiben in Freudenberg ein Dauerthema: Trotz der in den vergangenen Jahren errichteten Kreisverkehre an der Peimbach, auf Bahnhof- und Asdorfer Straße fließt es vor allem werktags in den Nachmittagsstunden nicht so, wie es sich die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung wünschen. Auch vor diesem Hintergrund hat die SPD beantragt, einen Generalverkehrsplan zu erarbeiten und damit mittelfristig die Verkehrsverhältnisse zu verbessern.

Ausschüsse widmen sich Thema

Der Bau- und Verkehrsausschuss nächste Woche und eine Woche später auch der Stadtentwicklungsausschuss werden beginnen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Dabei geht es auch um die Frage, ob weitere Kreisverkehre und intelligente Ampelschaltungen zur Entzerrung der täglichen Rückstauungen beitragen können.

Neuralgischer Punkt, so Baudezernent Karl-Hermann Hartmann , sei nun einmal der Einmündungsbereich an Bahnhof- und Krottorfer Straße. Von dort strahlt bei hohem Verkehrsaufkommen der Rückstau bis nach Büschergrund aus. Allerdings ist die Bebauung an dieser Stelle so dicht, dass für einen weiteren – es wäre der vierte – Kreisverkehr im Zuge der L 512 wenig Raum vorhanden ist.

Die letzte Zählung, die vor wenigen Jahren von einem renommierten Institut vorgenommen wurde, ergab Werte um 16 000 Fahrzeuge pro Tag im Bereich von Bahnhof- und Olper Straße sowie etwa 15 500 an der Einmündung der Peimbach- in die Olper Straße. Auch am Seelbacher Weiher, wo die Heisberger Straße (L 565) einmündet, waren es im Jahr 2010 über 13 000 Fahrzeuge pro Tag.

Die Hoffnung auf Realisierung der vor fast 20 Jahren schon linienbestimmten Ortsumgehung unterhalb des Kuhlenbergs haben die Freudenberger Politiker indes längst begraben. Zwar steht das Projekt immer noch im Landesstraßenbedarfsplan, aber aus Gründen der Finanzierbarkeit so weit hinten, dass es auf absehbare Zeit kaum auf einen vorderen Rang rücken wird.

Von Ortsumgehung keine Rede mehr

Völlig aus dem Fokus geraten ist die so genannte „alternative Ortsumgehung“, die in den Nuller Jahren im Gleichschritt mit Plänen der Stadt Siegen angedacht war: Aus dem Asdorftal über das Heuslingtal auf die Heisberger Höhe und dort mit Anschluss an die Sauerlandlinie im Bereich Lindenberg sollte diese Trasse führen. Kombiniert werden sollte sie mit dem Anschluss an das Gewerbegebiet Seelbach-Oberschelden, das die Stadt Siegen plant. Dieser zusätzliche Anschluss wiederum hängt vom sechsspurigen Ausbau der Sauerlandlinie ab, der in den nächsten Jahren erfolgen soll.

Viele der Freudenberger Verkehrsprobleme, so hofft Dezernent Hartmann, werden sich allerdings auflösen, wenn in rund zwei Jahren der Weiterbau der Hüttentalstraße (HTS) in Richtung Süden vollendet ist. Der Verkehr aus dem Bereich Betzdorf und Kirchen zum Autobahnanschluss Freudenberg wird sich dann neue Wege suchen, das Heuslingtal entlasten und die direkte Verbindung HTS/A 45 im Siegener Süden wählen.

Dennoch sind weitere Verbesserungsmaßnahmen notwendig – wenn auch viele Wünsche offen bleiben. Das hat sich unlängst schon gezeigt, als die Anwohner der Straße Zum Kurpark und andere Anlieger darauf drängten, den Schleichverkehr von der Krottorfer- über die Kölner- zur Bahnhofstraße zu verringern. Die Stadt sah sich außerstande, dort eine nachhaltige Lösung zu schaffen.