Was wird aus der Fritz-Erler-Siedlung?
11.06.2008 | 20:29 Uhr 2008-06-11T20:29:00+0200
Der Verkauf der LEG-Wohnungen in Nordrhein-Westfalen hat gestern in Kreuztal erhebliche Diskussionen ausgelöst.
Am Abend beschäftigte sich der Sozialausschuss mit möglichen Konsequenzen der Übernahme durch Goldmann Sachs. Es soll bald eine Sondersitzung von Sozial- und Infrastrukturausschuss mit den heimischen Landtagsabgeordneten geben, um die Auswirkungen des Eigentümerwechsels für Kreuztal auszuloten. Bis dahin soll der Bürgermeister sich schon schriftlich an die neue Gesellschaft wenden und sich nach deren Plänen für die Erler-Siedlung erkundigen.
Am Morgen wurde von der Landesregierung bekannt gegeben, dass der zur Investmentgesellschaft Goldmann Sachs zählende Whitehall Real Estate Funds nach mehrmonatigen Verhandlungen den Zuschlag erhalten hat (siehe auch Wirtschaftsteil). Zu den 93 000 Wohnungen landesweit gehören auch die 709 Wohnungen in der vor 40 Jahren von der Westfälischen Wohnstätten AG errichteten Erler-Siedlung. Es wird der dritte Eigentümerwechsel: Nach WWAG kam die Veba Wohnstätten AG und schließlich vor 20 Jahren die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Uwe Montanus vom Amt für Familie, Jugend und Stadtteilmanagement machte im Sozialausschuss deutlich, dass die Weiterentwicklung der Erler-Siedlung, in die erhebliche Mittel aus dem Stadtumbau-Programm fließen, von der Investitionsbereitschaft der Eigentümer abhängig ist. Helga Beckmann vom Stadtteilbüro bezifferte das Volumen: Hat die LEG bislang pro Quadratmeter 22,50 Euro pro Jahr aufgewandt, will Whitehall nach ersten Angaben nur 12,50 Euro pro qm in den Wohnungsbestand stecken.
Laut Uwe Montanus ist bei der im Vergleich zum gesamten LEG-Bestand eher kleinen Erler-Siedlung nicht klar, welches Interesse der Investor für Kreuztal aufbringen wird. „Wenn unsere Projekte scheitern, bleiben die Folgekosten an der Stadt hängen”, sagte Montanus. Dabei geht es um einige Millionen Euro, die abrufbereit stehen, aber Ende 2009 verfallen, wenn nicht planmäßig gearbeitet wird. Ob die vertragliche Regelung greift, dass der Folgebesitzer auf Einhaltung aller mit der LEG getroffenen Vereinbarungen verpflichtet wird, muss sich noch erweisen. Sozialdezernentin Elisabeth Jansen-Eschner indes ist sicher, dass dies in den entsprechenden Vertragsklauseln berücksichtigt wurde.
„Besonders ärgerlich” fand Helga Beckmann, dass der erst im Januar unterzeichnete Vertrag zum Bau des Nachbarschaftstreffs noch nicht vollzogen sei. Ausschussvorsitzende Rosemarie Seibt (CDU) nannte dies eine „unglückliche Geschichte”. Die Stadt müsse nun „laut 'hier' schreien”. Dem pflichtete auch Michael Poser (Grüne) bei. Helmut Nölling (SPD) fand, die Entwicklung sei eine „traurige Angelegenheit”. Statt Bagger und Maurer gebe es jetzt wieder Zeitverzögerungen. Dagegen verstand Arnfred Wittsieker (FDP) „die Ängste” nicht, da doch auch die LEG „null” investiert habe, was vor allem die Mieter spürten: „Niedrige Mieten, aber hohe Nebenkosten.” Lutz Renner (CDU) fragte, ob es für die Fördergelder keinen Aufschub über 2009 gebe. Doch laut Uwe Montanus habe dies kaum Aussicht auf Erfolg.
15:01
Sie sollte umbenannt werden in Friedel-Flick-Siedlung, damit wir endlich mal einem unserer Besten udn Größten der Stadt gerächt werden.