Walter Krämer soll in Siegen geehrt werden
11.07.2010 | 12:35 Uhr 2010-07-11T12:35:00+0200
Siegen.In einem offenen Brief an Siegens Bürgermeister Steffen Mues (CDU) hat sich die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora für eine Ehrung des 1941 von den Nazis im Außenlager Goslar dieses Konzentrationslagers ermordeten Walter Krämer eingesetzt.
Die noch lebenden, ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald forden, dass für den als „Arzt von Buchenwald“ bekannt gewordene Krämer neben der internationalen Ehrung als „Gerechter der Völker“ auch eine lokale Entsprechung folgen müsse.
Damit schließen sich die aus dem KZ befreiten Ex-Häftlinge auch den Forderungen des Kreisverbandes Siegerland-Wittgenstein der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/Bund des Antifaschisten (VVN/BdA) an. Der Kreisverband teilt gleichzeitig mit, dass inzwischen fast 800 Unterschriften in der Bevölkerung gesammelt wurden, mit denen die Forderung nach einer Ehrung Krämers unterstützt wird.
In dem Offenen Brief des Vizepräsidenten des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Günter Pappenheim aus Berlin, heißt es: Walter Krämer sei als Kommunist und Abgeordneter des Preußischen Landtags verhafte und in das Konzentrationslager Lichtenburg verschleppt worden. Mit Errichtung des KZ Buchenwald im Jahre 1937 wurde er Häftling Nur 175. Ab 1938 habe er sich mit dem Auftrag des illegalen Lagerkomitees „Rettung von Menschenleben“ am Aufbau eines Häftlingskrankenhauses beteiligt: „Unter furchtbaren Bedingungen eignete sich der Siegener Schlosser autodidaktisch medizinische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Als erster Kapo des Häftlingskrankenhauses versorgte er unzählige Häftlinge medizinisch, linderte Leid und leistete gleichermaßen wichtige Beiträge für den organisierten antifaschistischen Widerstand“. Dass er als „Arzt von Buchenwald“ galt, zeuge von der hohen Achtung, die ihm entgegengebracht werde.
Moralisch integer
und geradlinig
Pappenheim legt dem Siegener Bürgermeister nahe, dass „Walter Krämers Leben... für moralische Integrität, politische Geradlinigkeit und zutiefst verinnerlichten Humanismus“ stehe. Er sei eine herausragende Persönlichkeit, an die in in Siegen „angemessen und würdig“ erinnert werden sollte, „weil sie sich der faschistischen Diktatur nicht beugte“.
Anfang dieses Jahres war nach mehrwöchiger Diskussion ein Antrag der Siegener Ratsfraktion der Grünen abgelehnt worden.Die Grünen hatten „eine angemessene Ehrung“ gefordert, „in Form einer Straßen-, Brücken oder Platzbenennung in zentraler Lage (Siegen-Mitte)“.
21:28
Hallo,
auf der Homepage der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein kann man eine Unterschriftenliste herunterladen und ausdrucken und dann an die VVN per Post senden.
Angaben finden sich alle auf der Internetseite.
09:31
Wo kann man die Unterschriftenaktion mitzeichnen?