Waldorfschule: Fühlen uns benachteiligt
21.03.2008 | 20:28 Uhr 2008-03-21T20:28:49+0100Die Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen fühlen sich bei den geplanten Abschlussregelungen von der Landesregierung ungerecht behandelt. Die WR sprach darüber mit Christian Manzius, dem Geschäftsführer der Rudolf Steiner Schule in Siegen.
Warum fühlen Sie sich benachteiligt?
Bei Waldorfschülern sollen künftig allein die Noten der zentralen Klausuren in die Endnote des Hauptschulabschlusses oder der Fachoberschulreife einfließen. Ganz anders als bei Schülern öffentlicher Schulen - bei denen auch die Vornoten berücksichtigt werden. Wir fühlen uns stark benachteiligt, weil dann die Tagesform der Schülerinnen und Schüler über die Gesamtnote entscheidet. Wir wollen eine Gleichbehandlung - dass auch die Vorleistung mit einfließt.
Wie begründet denn die nordrhein-westfälische Landesregierung dieses Vorhaben?
Damit, dass Waldorfschulen keine Zeugnisse ausstellen dürfen.
Wollen Sie gegen das Gesetz klagen?
Wir müssten mit einer Klage zwei Jahre warten, bis der erste Schüler von dieser Regelung betroffen ist. Unsere Juristen haben uns gesagt, dass wir, wenn wir klagen würden, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent gewinnen würden.
Wie wollen Sie sich sonst noch wehren?
Die Rudolf Steiner Schule Siegen wird sich nicht nur an der Aktion "Bildungsgutscheine" für Politiker beteiligen, sondern wir treffen auch mit der Eltern- und Schülervertretung Vorbereitungen für die Demonstration am 15. Mai vor dem Düsseldorfer Landtag. Das ist zurzeit alles in Planung. Wir hoffen auf die Vernunft der Politiker und wollen das Vorhaben noch kippen.
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