„Vorratsbeschluss“ ermöglicht verstärkte Flüchtlingsberatung

Kreuztal..  Die aktuelle Flüchtlingssituation macht es erforderlich, dass die Stadt Kreuztal personell reagiert: Zwar hat der Haupt- und Finanzausschuss bei der Stellenplanberatung nicht den Antrag der Grünen auf Einstellung eines Flüchtlingsberaters entsprochen. Doch sagte Bürgermeister Walter Kiß (SPD) zu, dass vor dem Hintergrund der täglich zunehmenden Ankömmlinge Bemühungen laufen, den Bundesfreiwilligendienst in Anspruch zu nehmen. Alternativ schlug er einen „Vorratsbeschluss“ vor. Dann könnte bei einer weiteren Zuspitzung der Situation nachträglich eine Stelle eingerichtet werden. Zudem werde die AWO demnächst im Stadtteilbüro eine Fachkraft für Flüchtlingsbetreuung beschäftigen.

Das erschien Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) indes zu wenig. Um die Probleme der Asylbewerber und Flüchtlinge zu bewältigen, bedürfe es zumindest eines ausgebildeten Sozialarbeiters oder einer Sozialarbeiterin. Ein junger Mensch im Freiwilligendienst verfüge nicht über die notwendige Lebenserfahrung.„Nur die Bettwäsche hinterherzutragen, wird nicht reichen.“

Bürgermeister Kiß räumte ein, dass die derzeitige Situation das vorhandene Personal teilweise überfordere. Arne Siebel (CDU) konnte dem Einsatz eines Bundesfreiwilligen etwas Positives abgewinnen, während Bernd Meichelböck (SPD) darauf hinwies, dass es immer wieder „Wellenbewegungen“ bei den Flüchtlingen gebe.

Während der Hauptausschuss dem Bürgermeister-Vorschlag mit dem Vorratsbeschluss folgte, scheiterten die Grünen mit ihrem Antrag, auch die Umweltberatung um eine halbe Stelle aufzustocken. Anke Hoppe-Hoffmann fand, dass zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts mehr Aufgaben auf die Stelleninhaberin zukämen.

Irritation über Stellen für Musikschule

„Befremden“ äußerte Arne Siebel (CDU) zur Aufstockung des Stundenkontingents für den Leiter der Musikschule, der nun eine halbe Planstelle bekommt. Auch der Personalrat hatte kritisiert, dass diese freiwillige Aufgabe aufgewertet werde, während in der übrigen Verwaltung Arbeitsplätze abgebaut werden und Arbeitsverdichtung zunehme. Deshalb werde die Entscheidung auch für Einstellung einer Tanzlehrerin – ebenfalls auf einer halben Stelle – mit „großem Unverständnis“ betrachtet.

Entscheidend war die Haltung der SPD, die sich für die zusätzlichen Teilzeitstellen im Bereich der Musikschule aussprach. Mit der Stimme der UWG wurde der Stellenplan befürwortet, während sich die anderen drei Fraktionen enthielten.