Vorerst keine weiteren Ehrenbürger in Freudenberg
30.11.2007 | 16:50 Uhr 2007-11-30T16:50:00+0100Außer Lothar Uebach wird es in Freudenberg zunächst keine weiteren Ehrenbürger geben.
Denn die SPD zog gestern ihren Antrag zur Ehrung von Klaus Krämer vorläufig zurück und will eine Unterredung mit den anderen Fraktionen zu Beginn des neuen Jahres abwarten.
Der tags zuvor von Freie-Wähler-Chef Rainer Beel ins Rennen geschickte Eckhard Kohl indessen distanzierte sich von Beels Vorschlag. Zwar fühle er sich durch den Antrag geehrt. Doch meine er selbst, dass sein Engagement auf verschiedensten Gebieten für die höchste Ehrenbezeichnung „noch nicht” ausreiche. Deshalb stehe ihm eine solche Ehrung nicht zu; auch würde er sie nicht annehmen. Auf seinen Wunsch wurde deshalb Beels Antrag gar nicht erst auf die Tagesordnung genommen.
Mehr Zeit in Anspruch nahm hingegen wie erwartet die in der vorigen Woche im Hauptausschuss abgelehnte Erhöhung der Friedhofsgebühren. Mit dem knappen Ergebnis von 17 zu 15 Stimmen wurde die Gebührensatzung bei drei Enthaltungen angenommen. Sie sieht eine Erhöhung der Friedhofsbenutzungs- und Bestattungsgebühren von durchschnittlich 25 Prozent vor - so, wie es die CDU im Hauptausschuss gegen zwei Gegenstimmen aus den eigenen Reihen nicht hatte durchsetzen können: Hans-Walter Gieseler schwenkte gestern um und meinte: „Es hätte schlimmer kommen können.” Deshalb werde er „mit den Wölfen heulen”.
Achim Loos hingegen blieb bei seiner ablehnenden Haltung auch in der Ratssitzung und schloss sich dabei den Grünen und der SPD an. Rainer Beel (Freie Wähler) sowie die FDP, die einige Vorschläge eingebracht hatte, wie die Entwicklung im Friedhofswesen genauer untersucht werden kann, enthielten sich. So war es allein Angelegenheit der CDU, ihren Gebührenvorschlag zu beschließen. Allerdings wird es damit nur eine 71,5-prozentige Kostendeckung geben. Die Gebühr für die Friedhofshallenbenutzung etwa, die Kämmerer Jörg Schrader mit seinem Vorschlag um das Zweieinhalbfache auf 542 Euro anheben wollte, steigt lediglich von 210 auf 263 Euro. CDU-Sprecher Peter Kulik machte deutlich, dass der Verwaltungsentwurf nicht realisierbar sei: „Wir stehen in Konkurrenz mit anderen Angeboten” - wie den benachbarten Friedwäldern. Aber Kulik versprach, dass bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen für das Defizit von 151 000 Euro, das 2008 erwartet wird, ein „Ausgleich” bei anderen Positionen geschaffen werde. Die SPD stimmte gegen die Gebührensatzung, weil sie darin „keinen Ansatz für eine nachhaltige Entlastung” des Haushalts sah, wie deren Vorsitzender Horst Fischer ausführte: Die Satzung nannte er „Haushaltskosmetik”. Rainer Beel (Freie Wähler) fand den Vorschlag des Kämmerers, die Kosten der Friedhöfe 1:1 auf die Bürger umzulegen, die „ehrlichere Lösung”. Er sprach sich dafür aus, die Zahl der Friedhöfe von 15 auf fünf zu reduzieren. Die Anlagen könnten dann von Dorfgemeinschaften weiter unterhalten werden. Zuvor hatte Kämmerer Jörg Schrader den letzten kameralen Haushaltsplanentwurf für 2008 vorgelegt und in einer einstündigen Rede eindringlich an die Mitglieder des Rates appelliert, mit ihren Sparbemühungen endlich zu beginnen.
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