Vorbehalte gegen Fußgängerzone

Freudenberg..  Die Ausweisung einer Fußgängerzone in der Marktstraße in der Freudenberger Altstadt während der Sommermonate, die seit vielen Jahren ein Dauerthema in den politischen Gremien ist, scheitert offensichtlich am Widerstand von Gastronomie und Bewohnern. Bürgermeister Eckhard Günther hatte bei Gesprächen mit den Betroffenen geltend gemacht, dass auch andere Kommunen mit einer historischen Altstadt dort Fußgängerzonen eingerichtet haben.

Zunächst einverstanden

Nachdem ein Meinungsbild eingeholt wurde, liegt nun dem Bau- und Verkehrsausschuss zu seiner Sitzung am Donnerstag, 16. April, ab 17.30 Uhr im Rathaus die Empfehlung der Verwaltung vor, keinen „autofreien“ Alten Flecken einzurichten. Beantragt hatte dies die SPD-Fraktion. Zunächst fanden auch einige Gastwirte, dass die Altstadt aufgewertet würde, wenn im Sommer an den Wochenenden (samstags ab 14 Uhr bis sonntags 22 Uhr) kein Durchgangsverkehr mehr stattfände. Dazu werden Poller verwendet, die es schon seit einigen Jahren gibt und die von Betreibern der Außengastronomie aktiviert wurden und wieder aufgestellt werden sollen.

Ausschuss muss entscheiden

Auch die Einwohner erklärten bei einer Befragung gegenüber dem Altstadtbeauftragten Richard Flender ihr Einverständnis mit den Wochenend-Sperrungen. Doch nach einigen Tagen schlug die Stimmung wohl um – „weil die Anwohner sich in der Zwischenzeit“ über die Auswirkungen klar wurden. So befürchten sie, mit ihren Fahrzeugen nicht mehr bis ans Grundstück fahren zu können, was besonders für Gehbehinderte problematisch sei.

Eine Familie wies darauf hin, dass ihr Kind im Kindersitz nicht zu Fuß von den alternativen Stellplätzen am Rathaus zur Marktstraße transportiert werden könne. Weiteres Argument war: In der verkehrsberuhigten Marktstraße werde die Außengastronomie erweitert, so dass zusätzlicher Lärm entstehe.

Sollte der Ausschuss dennoch die Sperrung beschließen, wären die Gastwirte nicht bereit, jedes Mal die Absperrpoller abzubauen und wieder aufzustellen, wenn Anwohnern gestattet würde, die Marktstraße jederzeit zu befahren. Diese Fragen müssen die Politiker nun gegeneinander abwägen.