„Vor dem Schlafengehen sollte man sich immer einig sein“

Am 07.07.2015 feiern Albert und Anneliese Knipp aus Kreuztal-Fellinghausen ihre Eiserne Hochzeit.
Am 07.07.2015 feiern Albert und Anneliese Knipp aus Kreuztal-Fellinghausen ihre Eiserne Hochzeit.
Foto: WP

Fellinghausen..  Sie sind in Fellinghausen aufgewachsen, gemeinsam in die Schule gegangen. Dann haben sie sich verliebt, verlobt und geheiratet. Anneliese und Albert Knipp feiern am heutigen Dienstag ihre Eiserne Hochzeit. Dazu gibt es einen Brief vom Bundespräsidenten Joachim Gauck und Glückwünsche vom Pfarrer und der Stadt. Das Erfolgsrezept für 65 Jahre Ehe beschreibt Anneliese Knipp so: „Auch bei uns schien nicht immer die Sonne, aber vor dem Schlafengehen sollte man sich immer einig sein.“ Von Kind auf kennen sich die beiden. „Ich wohnte zwei Häuser weiter hier in der Landstraße, Albert noch an der Hauptstraße.“ Damals, als die Bäume und Sträucher an ihrem Grundstück noch nicht so hoch gewachsen waren, konnten sie sich sehen und zuwinken.

„Das mit uns hat sich schon in der Schule entwickelt. Danach wurde es aber noch intensiver“, erzählt die 86-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Ein genauer Zeitpunkt, zu dem die beiden zusammengefunden haben, existiert aber nicht: „Eigentlich kannten wir uns schon immer“, sagt sie. „Man hat sich irgendwo um die Ecke getroffen, damit keiner etwas sieht“, ergänzt ihr Ehemann.

Albert Knipp ging nach der Schule in die Lehre zum Dreher (heute Zerspanungsmechaniker) bei der Firma Achenbach Buschhütten, dann begann der Krieg. Nach Kriegsende gab es zunächst keine Arbeit, er musste zwei Jahre warten, bis er wieder eingestellt wurde und seine Ausbildung mit einer Prüfung abschließen konnte.

Vom Kutscher vergessen

Verlobt haben sich Albert und Anneliese Knipp am 16. Mai 1948, „in der schlechten Zeit“, wie der 87-Jährige sagt. Zwei Jahre später wurde dann die Hochzeit gefeiert. Nach der Trauung im Gemeindehaus (eine Kirche gab es zu dieser Zeit noch nicht im Ort) sollte es dann eigentlich mit der Kutsche weiter zum Gasthof Stähler gehen. Doch der Kutscher tauchte nicht auf. „Wir saßen im Gemeindehaus und er kam und kam nicht wieder“, sagt Albert Knipp. Mindestens eine halbe Stunde hätten sie auf ihn gewartet, bis er doch gekommen ist und sie abholte. „Das haben wir ihm aber nicht übel genommen, weil er so witzig war“, beschwichtigt seine Ehefrau.

1954 brachte Anneliese dann die einzige Tochter Bärbel zur Welt. 15 Jahre später bauten die Knipps ihr eigenes Haus in der Fellinghausener Landstraße. „Nur dafür habe ich gearbeitet“, erklärt Albert Knipp. Heute sind Bärbels Söhne, Jörg und Jan, schon erwachsen. Tochter und Enkel spielen im Leben der Knipps die größte Rolle. „Ich bin froh, dass wir sie haben“, betont er und lächelt seiner Frau zu.