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16. Jahrbuch

Von Ehrungen und Fehlgriffen

08.12.2011 | 00:00 Uhr
Von Ehrungen und Fehlgriffen

Siegen.Von der Frühgeschichte bis hin zur Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg ziehen sich die Themen der neuen Siegener Beiträge. Das 16. Jahrbuch ist nun im Handel erhältlich. Die Autoren setzen darin einen biografischen Schwerpunkt – und das mit aktuellem Bezug.

„Ich habe die aktuelle Diskussion um die Ehrung von Walter Krämer zum Anlass genommen, um mich mit Ernst Bach auseinanderzusetzen“, sagt Ulrich Friedrich Opfermann. Er ist einer von 13 Autoren des 240 Seiten starken Werks und hat den Artikel „Ernst Bach – Wir sind Träger des Staates“ verfasst. Bach und Krämer seien in der Weimarer Republik „junge Siegerländer Politiker mit kämpferischem Temperament“ gewesen, heißt es zu Anfang seines Beitrags. Während Krämer in der KPD wirkte, trat Bach aber 1919 der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) bei. Krämer kam 1941 im Konzentrationslager Buchenwald um, Bach wurde 1948 Oberbürgermeister der Stadt Siegen (nun als Mitglied der CDU) und war auch auf Bundesebene politisch aktiv. Im Gegensatz zu dem „Arzt von Buchenwald“ wurde nach ihm in den 60er/70er Jahren eine Straße in Siegen benannt. Eine Ehrung, die sich als Fehlgriff erweise, so der Autor in seiner Schlussfolgerung. „Mit Bach treten einige zeitgenössische Persönlichkeiten ins Bild, die eine öffentliche Erinnerung verdient hätten, aber nie erfuhren.“

Wilhelm Killing und der Aachener Domschatz

Eine ganz andere unbekannte Persönlichkeit des Siegerlandes stellt Christian Brachthäuser vor. „La Princesse des Naussaus“ behandelt Klara Juliana Fürstin zu Nassau Siegen (1653-1727). Im 18. Jahrhundert war sie mit der Klosterkultur in den spanischen Niederlanden verbunden.

Ebenso wenig bekannt ist der Mathematiker Wilhelm Killing, 1847 in der Nähe von Burbach geboren. Beachtung fand er durch seine Arbeiten zur Geometrie und gilt als bedeutender Mathematiker des Kaiserreiches. Mit einem durchaus bekannten Siegerländer befasst sich Almut Ochsmann. „Wir sind ja schon fast die Hauspostille für Busch-Biografien“, scherzte Ludwig Burwitz, Stadtarchivar und Mitglied der Geschichtswerkstatt Siegen, dem Herausgeber der Siegener Beiträge. Der aktuelle Beitrag behandelt Fritz Buschs Wirken als Dirigent in Buenos Aires. Ein ähnlich ereignisreiches „Leben“ führte der Aachener Domschatz, der während des Zweiten Weltkriegs unter anderem in Siegen untergebracht war. Josef Lambertz erzählt seine Geschichte.

Irmine Skelnik

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