Von Desiree Nick bis Ludwig Güttler
20.08.2009 | 21:00 Uhr 2009-08-20T21:00:00+0200
In neun Tagen ist es so weit: Mit dem Bläser-Oktett der Philharmonie, das am Sonntag, 30. August in der Hilchenbacher Kirche die Reihe „Sonntags um Fünf” eröffnet, beginnt die 49. Spielzeit des Gebrüder-Busch-Kreises.
40 Veranstaltungen stark ist das Programm der – nach dem Ausstieg von Kreuztal – nur noch von Hilchenbach und Erndtebrück getragenen Kulturgemeinde. „Ein Kraftakt”, sagt Vorsitzender Hans-Jochen Müller, „der nicht ohne Mäzene und Sponsoren zu bewältigen ist.” Und nicht ohne ehrenamtliche Mitstreiter, die im Büro mithelfen oder auch einmal am Abend in der Garderobe. Denn seinen Geschäftsführer Hartmut Kriems muss sich der Busch-Kreis inzwischen mit der Stadtverwaltung teilen. Dass Rathaus und Theater auf diese Weise einander näherkommen, scheint kein Fehler zu sein. Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab verweist auf die Pläne, das Gebrüder-Busch-Theater im Laufe der nächsten Jahre zu modernisieren und vielleicht sogar um einen Kinosaal zu erweitern. „Ein Kraftakt. Noch einer, und jetzt vor allem ein finanzieller.”
Auf den Bühnen verspricht Hartmut Kriems „möglichst viele wunderbare Sachen”: Den Klassiker „Bei Anruf Mord”, Dantons zum Thema des Zentralabiturs erwählten Tod, Shakespeares sämtliche Werke im Schnelldurchgang, De´sire´e Nick als Florence Foster Jenkins, die berühmte, unbegabte Sängerin. In bestem Sächsisch Kabarettist Uwe Steimle – „schön zu hören”, findet Hartmut Kriems, „wenn man's mag”. Und schließlich eine Premiere: Erstmals gibt es – am 11. März 2010 – eine Musical-Night auf dem Spielplan.
Nächstes Jubiläum
ist schon in Sicht
Offiziell eröffnet wird die Spielzeit von der Philharmonie Südwestfalen, diesmal am Donnerstag, 24. September, mit dem neuen Busch-Preisträger Sergey Malov. Zur Meisterlichen Kammermusik wird das Leipziger Streichquartett erwartet, außerdem – am 22. April – das Atos Trio, das zwei Tage zuvor mit der Philharmonie das Tripelkonzert von Beethoven aufführt. Publikumswirksamer Höhepunkt wird ein weiteres Konzert mit dem Dresdner Trompeter Ludwig Güttler am 18. Februar in der Hilchenbacher Kirche – auch ein Anlass, den 120. Geburtstag des aus Siegen stammenden Dirigenten Fritz Busch zu würdigen, der bis zu seiner Emigration 1933 Generalmusikdirektor in Dresden war.
Neben dem Dahlbrucher Theater, den Kirchen, dem Keppeler Konventssaal und der Ginsburg ist Erndtebrück mit der Edermühle starke Spielstätte der Kulturgemeinde. 14 Veranstaltungen bestreitet dort die Erndtebrücker Kulturinitiative, davon neun in Zusammenarbeit mit dem Busch-Kreis. Vom Dinner-Krimi („Ahoi für einen Toten”) bis zur Soul-Night und zur Rolling-Stones-Night im Spiegelzelt reicht dort das Programm. Zum 9. November wird es in der Wilhelmsburg diesmal einen Tucholsky-Abend geben, mit dem „Tapferen Schneiderlein” wird schließlich die Kindertheater-Tradition fortgesetzt.
Die 50. Spielzeit steht bevor. Wie groß gefeiert werden kann, hängt von den Finanzierungsmöglichkeiten ab. An Wünschen fehlt es nicht: „Es wäre schön, wenn wir den einen oder anderen Busch-Preisträger wiedersehen könnten”, sagt Hans Jochen Müller. Noch ein Kraftakt. sw
www.gebrueder-busch-kreis.de
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