Vom Kindelsberg aus haben die Bischöfe die Gegend im Griff

Kreuztal..  Mit dem Vortrag des Siegener Historikers Dr. Andreas Bingener zu den „Kölner Einflüssen auf die Grafschaft Nassau im Mittelalter“ ist die zwölftägige Veranstaltungsreihe zur Kreuztaler Industriegeschichte im Rahmen des Regionale-Projektes „Eisenstraße Südwestfalen“ zu Ende gegangen. Projektleiterin Katrin Stein und Michael Häusig von der städtischen Stabstelle Wirtschaftsförderung und Tourismus begrüßten rund 50 heimatgeschichtlich Interessierte im Kaminzimmer der Kreuztaler Bibliothek.

Streit mit nassauischen Grafen

In einem Streifzug vom 11. bis ins 18. Jahrhundert stellte Dr. Bingener die Verbindungen und Verflechtungen zwischen dem Kurkölnischem Raum und der Grafschaft Nassau vor. Immer wieder kam es zu Aus­einandersetzungen zwischen dem Erzbistum Köln und den nassauischen Grafen. Die Auswirkungen der damaligen Konflikte könne man heute noch anhand der örtlichen Gebiets-, Religions- und Sprachgrenzen spüren.

Dr. Bingener ging auf die Überreste der hochmittelalterlichen Burg auf dem Kindelsberg und ihre Nähe zur Bergbausiedlung Altenberg ein. Mauerreste der Wallanlage seien irrtümlich in die Keltenzeit datiert worden. Vieles deute dabei auf eine unvollendet gebliebene oder eine später geräumte Burg der Kölner Erzbischöfe hin, wie sich anhand der archäologischen Untersuchungen von 1989 und 2013 vermuten lasse. Von dieser Burg aus sei vermutlich die erzreiche Region um Kindelsberg und Martinshardt kontrolliert worden. In diesem Machtkonflikt dürften somit auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt haben.

2015 wird die Veranstaltungsreihe fortgeführt. Geplant ist auch ein Industriekulturporträt der Stadt Kreuztal.