Vom Fernseh-Anchorman zur sprechenden Fritte

Dahlbruch..  Elmar Stelzwedel ist fassungslos. Ein falscher Kommentar hat ihn seinen Job gekostet. Statt sich, wie von der Chefin aufgetragen, zur Pkw-Maut zu äußern, bat er seine Frau Moni vor laufender Kamera zu ihm zurück zukommen. Sein Posten als „Anchorman“ der Nachrichtensendung ist jetzt Geschichte.

Und schon sind wir mitten drin in im zweiten Soloprogramm von Kabarettist Christian Ehring, der im Gebrüder-Busch-Theater gastierte. Wer ihn bisher nur aus der ZDF- Heute-Show an der Seite von Oliver Welke kennt, lernt Ehring jetzt noch von einer anderen Seite kennen: Er kann auch Klavier spielen und singen.

Christian Ehring begrüßt das Publikum mit einem frechen aber gekonnten: „Als Gott der Herr die Welt erschuf, war er noch neu in dem Beruf. Die Welt ist schlecht und ungerecht...“ Solche Klänge werden wohl mit dem schmerzvollen Jobverlust seiner Kunstfigur Elmar Stelzwedel, zusammenhängen. Er hat mittlerweile widerwillig eine Psychotherapie begonnen und begründet sein klagendes Lied gleich damit: „Entschuldigung! Aber mein Therapeut sagt, ich soll alles raus lassen!“ So ganz wehmütig ist er dann aber doch nicht. Er hat zwar seinen Posten als „Gesicht für Katastrophen“ nun abgegeben, wird aber trotzdem zur Klärung von allerlei politischen Angelegenheiten noch gebraucht. „Schauen Sie sich doch um! Was ist denn zum Beispiel mit Griechenland? Entweder steigen die jetzt aus dem Euro aus und führen die Drachme wieder ein, oder Griechenland behält den Euro und alle anderen führen die Drachme ein?“

Humorvoller Querschnitt

Nachdem sich Stelzwedel über die aktuelle politische Lage geäußert hat, schöpft er Mut und geht auf Jobsuche. Außerdem will er noch so einiges über die Frau loswerden, die es wagte, ihn zu feuern: Dr. Friederike-Gesine Herkenrath-Bovenschen — „wie kann sie es wagen bei diesem Namen auch noch einen Doktortitel zu machen?“ Abrechnen ist also angesagt. Beim Spiegel zeigt man kein Interesse an seiner Geschichte, man bietet ihm ein neues Abo mit Parmesan-Reibe als Werbegeschenk an. Auch bei Bravo und Bunte zeigt sich kein Erfolg. Also kommt er auf den Vorschlag des Jobcenters zurück: Er soll im Pommes-Kostüm für „Erikas Grillstube“ werben.

Der humorvolle Querschnitt durch Politik, Gesellschaft und Medienlandschaft bot den Dahlbruchern einen unterhaltsamen Abend. Auch für die passenden Musikstücke mit frechen Texten erntete Ehring allerlei Zwischenapplaus und zeigt sich selbst zufrieden: „Sie waren sehr gute Zuhörer! Und wenn Sie einmal einer sprechenden Fritte begegnen sollten, seien Sie nett zu ihr und denken daran: Es könnte auch Claus Kleber sein.“