Vollsortimenter und Discounter für Geisweid

So soll es in Geisweid künftig aussehen.
So soll es in Geisweid künftig aussehen.
Foto: Schoofs
Was wir bereits wissen
Geisweid soll eine neue Mitte bekommen. Der Investor stellte jetzt seinen Plan vor. „Es ist ein entscheidender Schritt für Geisweids Zukunft“, sagte Christdemokrat Manfred Reitz.

Geisweid..  Während die einen vom neuen Gesicht Geisweids sprachen, mochten es andere etwas weniger pathetisch – allerdings nicht minder bedeutungsschwanger. Sie sehen in dem Vorhaben, das Bezirks- sowie Bau- und Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag erörterten, die Zukunft dieses Stadtteils. Im Auftrag des Investors, der Schoofs-Gruppe mit Sitz in Kevelaer, erläuterte der Wuppertaler Architekt Markus Rathke die Planungen für einen Vollsortimenter und einen Discounter in unmittelbarer Rathaus-Nähe.

Der Plan

Die Parkpalette östlich des Rathauses soll verschwinden. Der Waschbeton-Chic im Stil der 1970er und 1980er Jahre soll Platz machen für einen Vollsortimenter. Das ist ein Laden, der die ganze Produktpalette einer Branche, zum Beispiel Lebensmittel oder Kleidung, vorhält. Wenige Schritte weiter südlich, auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle und dahinter liegenden Garagen, soll ein Discounter entstehen. Zwischen beiden Gebäuden bietet ein Parkplatz nicht nur 92 Stellplätze. Er lässt auch den Blick zu auf das Rathaus, und zwar von der Geisweider Straße aus. „Ein wichtiger Punkt“, so der Architekt. Die Parkplätze für die Rathaus-Beschäftigten finden sich im Obergeschoss des Vollsortimenter-Gebäudes. Das Parkplatzvolumen könnte unter Umständen noch ausgeweitet werden, sagte Markus Rathke.

Die Debatte

Zur Abstimmung waren die Lokalpolitiker zwar nicht aufgerufen, ihre Meinung jedoch taten sie kund. Markus Rathke erntete im Großen und Ganzen Zustimmung. Die beiden Läden würden Frequenz bringen, die die darbende Geisweider Fußgängerzone so dringend brauche. „Es ist ein entscheidender Schritt für Geisweids Zukunft“, prophezeite Christdemokrat Manfred Reitz. Auch Manfred Schneider (SPD) machte angesichts der Leerstände von Ladenlokalen insbesondere in der Rathausstraße „dringenden Handlungsbedarf“ aus. Auch die Beseitigung von Angsträumen wie dem „dunklen Loch am Ratskeller“ hatte es ihm angetan.

Ansgar Cziba (Grüne) indes fragte in die Runde, ob „2700 Quadratmeter Verkaufsfläche tatsächlich Frequenzbringer für die Fußgängerzone“ sein können. „Die Eingänge sind Richtung Parkplatz, nicht Richtung Fußgängerzone.“

Diese Bedenken teilte Egon Sündermann (UWG). „Solitär betrachtet ist das eine Bereicherung für Geisweid“, sagte er. Möglicherweise könnte ein Discounter mit einem eigenen Angebot an Back- und Fleischwaren den einen oder anderen Geisweider Bäcker oder Metzger in die Knie zwingen. Architekt Markus Rathke allerdings sprach von einem „Magneten“ an der Rijnsburger Straße.

Kosten waren am Dienstag nur am Rande ein Thema. „Ich habe das Gefühl, dass das für die öffentliche Hand sehr teuer wird“, sagte Joachim Boller (Grüne). Verhandlungen über Geld und Grundstücke stünden an, betonte Bürgermeister Steffen Mues. Für kommenden Montag sei ein weiteres Gespräch anberaumt, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Gerald Kühn.