Vollbremsung für Stadtentwicklung

Kein Winter auf dem Giller
Kein Winter auf dem Giller
Foto: WR

Hilchenbach..  Das neue Jahr fängt nicht gut an für die Hilchenbacher Stadtentwicklung. Gleich an zwei Stellen wird Hilchenbach ausgebremst: bei der Entwicklung des Feriengebietes auf dem Giller und bei der Ausweisung neuer Standorte für Windräder. In beiden Fällen steht die Arnsberger Regionalplanung im Weg.

Feriengebiet

Jürgen Wetter, Projektentwickler aus Meerbusch, wollte den Giller sommertauglich machen: 20 Übernachtungshütten im Bereich der Liftschänke für (Rothaarsteig-)Wanderer, Fahrradfahrer, Kletterer – das war 2011 der Plan für das Feriengebiet, das mit seinem Skilift von den immer laueren Wintern allein nicht mehr leben kann. Wetter war nicht der Erste, der sich in das Verhandlungsgeflecht mit Liftgemeinschaft (Liftschänke und Lift), Stadt (Skihang) und Waldgenossenschaft begab. Vorher schon wurde aus dem Mountainbike-Parcours nichts, und die Sprungschanze verwandelte sich auch nicht in einen Kletterturm — sie wurde schließlich im Spätsommer 2010 abgerissen.

Für die Übernachtungshütten lehnte die Bezirksplanungsbehörde den Standort am Skihang ab. Alternativ wurde ein unauffälligeres Gelände am Südhang hinter Gillerbergstraße und Liftschänke gefunden. Die so genannte landesplanerische Abstimmung, also die Bestätigung, dass die Vorstellungen des Landes dem örtlichen Vorhaben nicht entgegenstehen, „haben wir bis heute nicht erwirken können“, sagt Baudezernent Michael Kleber. Stattdessen erhielt der Projektentwickler und Investor aus dem Kreishaus nun die Ablehnung seines Bauantrages für die Erweiterung der Liftschänke. „Ein bisschen unklar“ sei, ob die Stadt vorher ihren Bebauungsplan hätte ändern müssen, sagt Michael Kleber. Ohne die Investition in das Gebäude würde aber die Infrastruktur für die Übernachtungshütten fehlen.

Fazit: „Die Bücher scheinen geschlossen zu sein“, sagt Baudezernent Michael Kleber, „ich kann den Investor verstehen.“

Windpark

2020 sollten sich neue Windräder drehen — irgendwo im Bereich rund um den Klarstein oder Richtung Stadtgrenze nach Kirchhundem, wo ein interkommunaler Windpark denkbar wäre. Besonders ehrgeizig schien der Zeitplan nicht: Immerhin hatten die vier Waldgenossenschaften, die sich zur Windpark-„Interessengemeinschaft Hilchenbach-Klarstein“ zusammengefunden hatten, schon 2011 bei der Stadt angeklopft. Rothaarwind-Geschäftsführer Günter Pulte war sich als möglicher Bauherr schon 2013 mit den Waldgenossen und 35 Waldbesitzern in Kirchhundem einig. Der Hilchenbacher Rat legte sich im Mai auf rund 200 Hektar Vorrangzonen im Bereich von Helberhausen, Oberndorf und Vormwald fest.

Dann kam der Arnsberger Regionalplan — mit 50 Hektar Vorranggebieten rund um Müsen, teilweise auf Kreuztaler Gebiet. Die Stadt Hilchenbach müsste nun, wenn der Regionalplan so wirksam wird, auch diese von ihr nicht gewünschten Standorte erst einmal auf ihre Eignung untersuchen lassen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Rat dafür Mittel zur Verfügung stellt“, sagt Baudezernent Kleber. Das Verfahren wird dauern: „Ich sehe auch 2030 keine Realisierungschance.“

Fazit: Bei den Interessenten werde allmählich „trübe Stimmung“ einkehren, fürchtet Michael Kleber, „das tut schon ein Stück weit weh.“

Stadt wartet den Regionalplan ab

Im Stadtentwicklungsausschuss, der am Mittwoch, 21. Januar, tagt, ist die städtische Planung für Windkraft-Vorrangzonen kein Thema. Die Stadt will den Regionalplan abwarten — mit einem Beschluss darüber wird nicht vor 2016 gerechnet.

Befassen wird sich der Ausschuss mit dem regionalen Entwicklungskonzept, mit dem sich die Stadt zusammen mit Kreuztal, Netphen, Kirchhundem und Siegen als Leader-Region bewirbt.