Virus-Infekt lässt die Krankenstände steigen

Siegerland..  Der grippale Infekt, der im Ruhrgebiet seit einigen Tagen die Krankenstände hochtreibt, macht sich auch im Siegerland bemerkbar – wenn auch bisher nicht ganz so extrem wie in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser melden zwar keine vermehrten Fälle – zumindest das Kreisklinikum und das St.-Marien-Krankenhaus verzeichnen aber beim Personal höhere Ausfälle als üblich.

Betrieb in den Apotheken

Notaufnahmen sind allerdings bei Symptomen, wie der Infekt sie mit sich bringt, klassischerweise nicht die erste Anlaufstelle – das sind eher Hausärzte und Apotheken. „Es fällt schon auf, dass es mehr ist“ sagt Claudia Reich, Sprecherin der Apothekerkammer in Siegen-Wittgenstein. „Notstand“ bestehe aber nicht.

Eine Besonderheit sei der Krankheitsverlauf. „Viele Patienten beklagen, dass der Infekt sehr hartnäckig ist“, sagt Reich. Seien Erkrankungen dieser Art sonst meist nach einer Woche überstanden, könne sich die derzeitige Problematik länger hinziehen. „Bei jedem Patienten stehen auch andere Beschwerden im Vordergrund“, betont die Apothekerin. Danach richte sich entsprechend die Behandlung. Ein Wundermittel, das den Infekt schnell vertreibt, gibt es nicht: „Das braucht einfach seine Zeit.“ Betroffene könnten Mittel zur Linderung der Symptome einnehmen – „und Ruhe ist wichtig“.

Heikel könne der Infekt bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen werden, erklärt Saskia Kipping von der Pressestelle der Diakonie in Südwestfalen. Während am Jung-Stilling-Krankenhaus keine besonderen Vorkommnisse zu beobachten seien, sei es im Bereich Lungenheilkunde am Krankenhaus Bethesda in Freudenberg „ein großes Thema“. Es würden vermehrt Patienten kommen, bei denen der Infekt aufgrund einer Vorerkrankung massiver in Erscheinung tritt. In solchen Fällen, so Kipping, könne das Virus in Extremfällen auch gefährlich werden.

Menschenmengen meiden

Ansonsten empfehlen die Fachleute die üblichen Verhaltensregeln zur Vorbeugung: Gesund ernähren, Hände häufig waschen, viel trinken. Und: Menschenmengen meiden, wie Claudia Reich rät. Gerade Karnevalsfreunde, die in einer der einschlägigen Hochburgen feiern möchten, sollten bedenken, dass eine gewisse körperliche Distanz auch eine Vorsichtsmaßnahme ist. Schließlich komme man im Karneval, etwa beim Schunkeln, auch Fremden sehr nahe.