Vier Bieter für Wohnungen der LEG
19.03.2008 | 14:20 Uhr 2008-03-19T14:20:00+0100
Der Verkauf der LEG-Wohnungen rückt näher. Noch in diesem Frühjahr soll die Entscheidung fallen, welcher Bieter den Zuschlag für 93 000 Wohnungen an 186 Standorten bekommt. 709 Wohnungen befinden sich in der Kreuztaler Fritz-Erler-Siedlung.
Zwischen der LEG Wohnen Köln GmbH, die federführend für die Kreuztaler Siedlung ist, und den beiden Partnern in der Region - Stadt Kreuztal und Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt - wurde unlängst noch der Vertrag über die Errichtung eines neuen Stadtteilbüros unterzeichnet. Diese Verträge gelten auch für jeden potenziellen Folgeeigentümer. Nach neuesten Informationen gibt es nun vier ernsthafte Interessenten für die im ganzen Land verteilten Immobilien der LEG: die Wohnungsholding Deutsche Annington aus Bochum, die Goldman-Sachs-Fondstochter Whitehall, ein Konsortium um verschiedene Investoren wie Brack Capital, Apollo Real Estate und Lehman Brothers sowie ein irischer Immobilieninvestor namens Tomkin. Die Essener Wohnungsbaugesellschaft Gagfah, die auch in der heimischen Region schon aktiv ist, soll sich demnach aus Kreis der Bieter zurückgezogen haben. Das zuständige Finanzministerium will sich derzeit aber nicht zu Einzelheiten äußern. Im Raum stehen zudem die bisherigen Absichtserklärungen der LEG, die Siedlung zu modernisieren und ihr eine zeitgemäße Infrastruktur zu verschaffen. Noch zu Zeiten der früheren SPD/Grünen-Landesregierung waren dafür Mittel aus dem Bundesprogramm Stadtumbau West in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro zugesagt worden. Doch die seit 2005 regierende CDU/FDP-Koalition will sich von den mit rund 2,5 Milliarden Euro belasteten LEG-Wohnungen trennen und sucht seither einen Käufer. Im Gespräch ist ein Gesamtkaufpreis von etwas mehr als drei Milliarden Euro. Für die Bewohner der Erler-Siedlung soll sich nach einem Eigentümerwechsel zunächst wenig ändern. Allerdings regte sich auch Widerstand gegen den „Ausverkauf” der LEG durch eine Volksinitiative, die 70 000 Unterschriften sammelte. Ein Aktionsbündnis ist weiterhin landesweit tätig. Die Stadt Kreuztal ist nicht darüber informiert, welche aktuellen Entwicklungen in Bezug auf den LEG-Verkauf es gerade gibt, wie Stadtbaurat Eberhard Vogel sagte. Aber es ist auch nicht das erste Mal, das die Erler-Siedlung vor einem Eigentümerwechsel steht. Zwischen 1969 und 1972 wurde die Erler-Siedlung gebaut. Später übernahm die landeseigene Veba-Wohnstätten AG das Projekt. 1986 gab es Bestrebungen eines hessischen Immobilienhändlers, den Bestand zu übernehmen, zurückzubauen und in Eigentumswohnungen umzuwandeln. Die Stadt Kreuztal selbst lehnte ein Übernahmeangebot ab. Am 1. Januar 1988 ging die Siedlung ins Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft über.
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Der Verkauf der LEG ist derzeit und auf unbestimmte Zeit nicht durchführbar. Die Landesregierung und ihre Berater haben zu Beginn des Verkaufsprozesses die Marktrealitäten offensichtlich nicht durchschaut. Der Grund für die geringen Preisangebote ist offensichtlich: die Aktien großer Wohnimmobilienaktiengesellschaften wie die Gagfah, die Deutsche Wohnen oder die Patrizia werden für 20% bis 40% unter Ihrem Substanzwert gehandelt und sind insofern billig zu kaufen. Warum sollte dann ein Bieter den erhofften Substanzwert bieten? Dann wären die Bieter tatsächlich etwas dumm, oder vielleicht waren die Politiker auch etwas naiv. Auch ein heute seitens der Landesregierung angesprochener Börsengang wird aus den genannten Gründen nicht funktionieren. Diese Erfahrung hat im übrigen Ende letzten Jahres auch die Bayerische Landesregierung gemacht, die den beabsichtigten Börsengang ihrer Wohnungsgesellschaft der Landesbank mit immerhin über 31.000 Wohneinheiten mangels Investoreninteresse wieder eingestampft hatte.