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Kunstsommer

Viele spontane Arbeiten auf Papier

22.08.2012 | 22:00 Uhr
Viele spontane Arbeiten auf Papier
Austellung "Gefällt mir - gefällt mir nicht" im Kunstraum Siegen, Alte Marienschule mit Barbara Weiß.Foto: Irmine Skelnik

Gefällt mir – gefällt mir nicht“, ist eine spontane Entscheidung, die jeder Kunstrezipient trifft, sobald er einen Ausstellungsraum betritt. Beate Utsch und Barbara Weiß stellen zum ersten Mal gemeinsam aus. Eröffnung ist am 24. August im Kunstraum, Geisweid.

„Gefällt mir – gefällt mir nicht“, eine spontane Entscheidung, die jeder Kunstrezipient trifft, sobald er einen Ausstellungsraum betritt. Im ersten Moment entscheidet er sich unbewusst für „Ja“ oder „Nein“ in Anbetracht des Gesehenen. Eine Entscheidung, die aber nach einiger Zeit in der Ausstellung schon wieder hinfällig sein kann.

Mit diesem Gedankengang spielen die beiden regionalen Künstlerinnen Barbara Weiß und Beate Utsch in ihrem Ausstellungsbeitrag zum Kunstsommer 2012. Ihre Zeichnungen auf Papier folgen keiner klaren Line, zusammengestellt wurden sie nicht nach einem ausgeklügelten Konzept – die meisten von ihnen sind in den vergangenen drei Monaten auf Papier entstanden, viele zeigen Menschen, da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

„Als Künstler will man nicht unbedingt jemandem etwas vermitteln“, sagt Barbara Weiß. Bei der Auswahl der Bilder habe sie sich dafür entschieden, „ob sie für mich zusammen passen“. „Es ist meine Art von Ordnung, die ich anfertige“. Ein Ausstellungsgast kann das aber auch ganz anders sehen. Ihre Zeichnungen in verschiedenen Größen seien immer die Ergebnisse von Gedankenprozessen – nach und nach ergebe sich während der Arbeit ein Bild, manchmal entspreche es zum Schluss nicht der anfänglichen Idee, aber auf jeden Fall sei das Ergebnis nicht rekonstruierbar.

Das eigene Urteil fällen

„Es geht mir um Entscheidungsfreiheit – das ist Kunst oder das ist keine Kunst.“ Und diese Entscheidung sei immer subjektiv, weil die Wahrnehmung des Bildes subjektiv sei. Jeder fälle das Urteil anders und revidiere es manchmal beim zweiten Blick. Die zweite Ausstellerin Beate Utsch hat sich ebenso wie Barbara Weiß in der letzten Zeit auf Zeichnungen auf Papier konzentriert.

Obwohl auf Utschs Seite des kleinen Ausstellungsraumes auch zwei Leinwände hängen. „Papier kommt meiner Art zu arbeiten mehr entgegen“, sagt Beate Utsch. Früher habe sie sehr viel auf Leinwand gemalt. Das sei ein langer Prozess, bis ein Bild entsteht. So eine Ausstellung habe da auch ein völlig anderes Konzept. Nachdem sie zum Papier gegriffen habe, habe sie bald verstanden, dass sie schneller arbeiten will. „Diese Art der Arbeit animiert mich dazu, freier zu sein“, sagt die Freudenbergerin. Auf Papier könne man spontan entscheiden und müsse nicht über jeden Strich nachdenken. „Es ist ein sehr starkes Hin und Her zwischen Bild und Künstler“. Farbe sei für sie zweitrangig, auch wenn nicht alle ihre Arbeiten schwarz-weiß sind. Ihre Bilder entstünden spontan in Gedanken und seien manchmal schwer nachvollziehbar. Auch für sie selbst.

Raum als Mitgestalter

Wegen ihrer ähnlichen Art zu arbeiten stellen die beiden Künstlerinnen nun also erstmals gemeinsam aus – in einem kahlen weißen Raum der alten Marienschule. Und auch der ist wichtig – als eine Art „stiller Mitgestalter“. Ihre Ateliers sind gleich nebenan, denn beide gehören zu dem von Ulrich Langenbach gegründeten Kunstraum Siegen.

Irmine Skelnik



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