Viele Haftstrafen in langer Drogenkarriere
14.02.2012 | 15:45 Uhr 2012-02-14T15:45:00+0100
Siegen.Seit 25 Jahren schon hängt der Angeklagte an der Heroinnadel. Fast erstaunlich dabei: Die erste Verurteilung gab es für ihn erst im Jahr 2000. Am Anfang stand ein Betrug, es folgten eine Beleidigung und immer wieder Diebstähle einfacher und schwererer Art. Vor dem ersten Urteil hatte der Mann eine Therapie abgebrochen und seither nie wieder versucht, seine Sucht ernsthaft zu bekämpfen.
Bis jetzt gab es insgesamt acht Verurteilungen mit vielen Haftzeiten. 2009 hatte der Siegerländer zehn Monate Gefängnis bekommen, zuletzt war er Ende Dezember 2011 zu acht Monaten ohne Bewährung wegen kleinerer Diebstähle verurteilt worden und „residiert“ zurzeit in der JVA Attendorn. Jetzt waren drei weitere Taten beim Schöffengericht angeklagt.
Am 28. August 2011 hatte der 47-Jährige versucht, bei einem Café-Besuch in Siegen die Geldtasche einer Angestellten zu ergreifen. Sie hielt fest, er riss daran, der versuchte Raub war da für Staatsanwalt Dr. Henry Roth keine Frage mehr. Versuch deshalb, weil die Frau ihre Börse erfolgreich festhielt und eine Kollegin ihr schließlich noch zu Hilfe kam. Mehr Erfolg hatte der Täter einen Tag später, als er in einer Aldi-Filiale eine Flasche Eierlikör stahl. Am 1. September versuchte er im Freigelände des OBI „unauffällig“, einen Winkelschneider unter dem Zaun hindurchzuschieben. Er wurde aber erwischt. Da er ein Klappmesser in der Tasche trug, erhöhte sich die Strafandrohung.
Ein Jahr vier Monate
Am Ende wurde die Strafe aus dem Dezember einbezogen, der Anklagevertreter beantragte ein Jahr und vier Monate. Richter Uwe Stark und die Schöffen stimmten zu. „Es hätte schlimmer kommen können“,, versicherte der Vorsitzende dem Angeklagten. „Das stimmt“, nickte der und versicherte, eine Therapie anzustreben: „Wir haben im Moment keinen Drogenbeauftragten in der JVA. Aber eine Sozialarbeiterin hat es bereits in die Wege geleitet.“
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