Viele Grundschüler in Siegen sind Bewegungsmuffel

Viele Grundschüler in Siegen sind zu dick. Die Lösung: mehr Sport im Verein.
Viele Grundschüler in Siegen sind zu dick. Die Lösung: mehr Sport im Verein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Viele Kinder in Siegen sind zu dick, zu langsam und weisen motorische Defizite auf, die vor Jahren bei dieser Altersgruppe noch nicht festzustellen waren.

Siegen..  Das gehört zu den Ergebnissen des Speed 4 Checks bei mehr als 1200 Siegener Grundschulkindern. Experten schickten die Kleinen aus 13 Grundschulen für fünf Disziplinen in die Turnhalle. Wissenschaftler der Bergischen Uni Wuppertal werteten die Daten aus.

Dick

Das Robert-Koch-Institut gesteht in seiner Kiggs-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland der Gesellschaft 15 Prozent übergewichtige Kinder zu. Diese Latte reißt Siegen mit 18,8 Prozent. Das bedeutet, jedes fünfte Siegener Kinder zu dick. Im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 0,5 Prozent. Mehr als sieben Prozent sind adipös, also krankhaft fettsüchtig.

Allerdings: Der Speed-4- Check ist nach streng statistischen Parametern nicht repräsentativ. Zudem war die diesjährige Runde erst die zweite insgesamt. Aber es ergibt sich doch ein Bild, betonten am Montag die Verantwortlichen.

Langsam

Keine der 13 Schulen erreichte die Norm, die der Wuppertaler Sportwissenschaftler Professor Theodor Stemper für die fünf Bereiche – Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer sowie Koordination – festgelegt hat. Dazu zählen die Tester die Werte sämtlicher Disziplinen zusammen und bilden daraus einen Mittelwert, der in der Statistik 50 von 100 entspricht. Im vergangenen Jahr lag die Sonnenhangschule noch knapp über der 50er-Marke.

22,3 Prozent der Kinder bekamen nach Auswertung und Abschluss eine Bewegungsempfehlung. Das heißt, ihnen wurde nahegelegt, überhaupt Sport zu treiben. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei gut 16 Prozent. Der Erfolg der Kleinen insgesamt ist zwar leicht zurückgegangen.

Allerdings zeigte sich erneut, dass „die Mädchen fitter sind als die Jungs“, wie Speed-4-Team-Mitglied Carolin Klug betont. Und zwar in sämtlichen Kategorien.

Hoffnungsvoll

Allzu düster wollen die Verantwortlichen jedoch die körperliche Verfassung ihrer Probanden nicht beschreiben. Immerhin: „Die Kinder sind fit“, versucht Carolin Klug den Ergebnissen etwas Positives abzugewinnen. „Aber sie sind nicht fit genug.“ Ihr Rezept: Sport im Verein. Die Kinder, die nicht im Verein aktiv sind oder waren, erzielten im Test die schlechteren Ergebnisse.

Analog schnitten Kinder, die zum Beispiel Fußball im Verein spielen oder organisiert schwimmen, deutlich besser ab. Die Organisatoren arbeiten in ihrer Testreihe unter anderem mit dem Kreissportbund zusammen. Die Organisation gibt den Eltern der teilnehmenden Kinder Tipps, welcher Verein welches Angebot im Sportportfolio hat.

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