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Viele Firmen prüfen nach Brand Forderungen gegen Telekom

21.03.2013 | 10:29 Uhr
Viele Firmen prüfen nach Brand Forderungen gegen Telekom
IHK-Unternehmer diskutierten über den Ausfall des Telekommunikationsnetzes in Siegen. Der NRW-Chef der Telekom hatte kurzfristig seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.Foto: Boris Schopper

Siegen.   Die IHK Siegen hat Unternehmer zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen, um den Schaden für Firmen nach dem Brand bei der Telekom am 21. Januar aufzuarbeiten. 50 Firmenchefs kamen. Eingeladen war auch NRW-Telekom-Chef Wolfgang Groß. Sein Platz auf dem Podium blieb aber leer.

Mehr als 1300 Firmen haben in einer IHK-Blitzumfrage erläutert, in welchem Umfang sie von den Folgen des Brands im Siegener Telekomgebäude vom 21. Januar betroffen waren. Manche Betriebe wurden regelrecht lahm gelegt. „Die Resonanz macht deutlich, wie existenziell sie betroffen waren“, sagte IHK-Geschäftsführer Hermann-Josef Droege. Die Kammer hatte am Mittwoch Abend Unternehmer zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen, um das Schadensereignis aufzuarbeiten. 50 Firmenchefs kamen.

Eingeladen war auch NRW-Telekom-Chef Wolfgang Groß. Sein Platz auf dem Podium blieb leer. Groß hatte kurzfristig abgesagt – obwohl, so Droege, „der Termin extra mit seinem Terminkalender abgestimmt wurde.“ Die Gründe für die Brandursache seien noch nicht geklärt, daher eine Teilnahme nicht sinnvoll, ließ Groß die IHK wissen.

Auf zehn Millionen Euro hat die IHK den wirtschaftlichen Schaden hochgerechnet. Viele Unternehmer prüfen Schadensersatzforderungen. Der Nachweis, dass und in welchem Umfang der Betrieb geschädigt wurde, machte Rudolf König, Rechtsexperte der IHK, sei im Einzelfall nicht leicht zu führen.

Ergebnis des Brandgutachtens hat keinen Einfluss auf Rechtsanspruch

Dass, wie diese Zeitung am Dienstag berichtet hatte, das Brandgutachten zu dem Ergebnis kommt, die Telekom habe die gesetzlichen Brandschutzbestimmungen erfüllt, habe indes keinen Einfluss auf den Rechtsanspruch zur Minderung eines Schadens. „Die Staatsanwaltschaft muss tätig werden und prüfen, ob Fahrlässigkeit vorliegt“, so König. Von vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden – z.B. der verlässlichen Bereitstellung des Datenverkehrs – entbinde es die Telekom nicht, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen einstelle.

Der Brandschutz war ein Kernthema, das die Unternehmer umtrieb. „Ich glaube nicht, dass die Telekom alles richtig gemacht hat“, sagte Harald Kuhn, von der Firma Rolf Kuhn, die technischen Brandschutz vertreibt. Die Telekom ziehe sich auf Bestandsschutz zurück, da sie das Gebäude seit Jahrzehnten nutze. Es gebe aber Systeme, z.B. automatische CO2-Löschanlagen, die „den Brandschaden auf ein Minimum reduziert hätten.“ Fast sämtliche Unternehmen, die ihre Daten schützen müssen, nutzen diese Möglichkeit. Die Telekom verzichtete aber auf einen solchen Schutz, obwohl die in Brand geratene Hauptvermittlungsstelle ein wichtiger Knotenpunkt ist. „Die Telekom weiß, das war ein Super-Gau“, meinte Unternehmer Lothar Daub aus Freudenberg. Das Bonner Unternehmen spiele aber bewusst die Ursachen und die Folgen des Brands herunter, ärgert er sich.


Kommentare
24.03.2013
13:51
Stand der Technik war es sicherlich nicht
von meigustu | #2

Woanders, werden solche Brände nach Sekunden erstickt. Wer da im Rechenzentrum nicht schnell auf den Beinen ist erstickt zusammen mit dem Brand nach 45 - 120 Sekunden.

Das in Siegen sah nach Frickelbude aus, die man so im Laufe der Jahrzehnte zusammen geschustert hat. So wie in Kuba eben auch noch die Straßenkreuzer aus den 1950igern fahren.

23.03.2013
12:22
Viele Firmen prüfen nach Brand Forderungen gegen Telekom
von doddl2 | #1

Neben unbestrittenen Versäumnissen der Telekom sollten sich aber auch die Unternehmen fragen, ob sie in ihrer IT-Strategie alles richtig gemacht haben. Wenn man das wirtschaftliche *Überleben* an eine Kupferdoppelader hängt, mag das kostengünstig sein - aus Risikoaspekten ist es zumindest fahrlässig.

Aber "das Internet" geht ja immer...

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