Viel Einsatz für eine soziale Stadt

Kindergarten Arche beim Frühjahrsputz.
Kindergarten Arche beim Frühjahrsputz.
Foto: WP

Hilchenbach..  Was man hat, wird manchem erst bewusst, wenn es nicht mehr da ist: Dass an der Redensart etwas dran ist, hat Heike Kühn im vorigen Sommer erfahren, als das Familienbüro wegen des Nothaushalts seine Arbeit ­vorübergehend einstellen musste. Auf einmal hätten die Nachfragen nach den Angeboten zugenommen: „Das Leistungsangebot ist erst nach der Schließung ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gerückt.“

Im Sozialausschuss hat Heike Kühn nicht allein Bilanz gezogen. Mit ihr und ihrem Kinder- und Jugendbüro-Kollegen Roman Mengel präsentierten Anja Weyandt (Integrationsbeauftragte), Annette Kreutz (Gleichstellungsbeauftragte), Gudrun Roth (Beauftragte für Senioren und bürgerschaftliches Engagement) und Christine Eisenberg (Projektleiterin des Cafés International) ihre Berichte: ein Panorama vom Stillcafé bis zum Barrierefrei-Stadtplan, von Wiki-Aufkleber aus dem „Willkommen Kinder“-Paket bis zur Zeitschrift des Bundesamtes für Migration, in dem der Hilchenbacher Treffpunkt als „Ort gelebter Willkommenskultur“ gewürdigt wird.

Integration

Das Café International gibt es monatlich in den beiden Jugendtreffs; 40 bis 50 Frauen nehmen daran teil, einige engagieren sich in einer Schattenspielgruppe. Beim Bundesamt in Nürnberg zeigten sie ihre Ausstellung „Frauen in Hilchenbach“, beim Deutschlandtag in Hannover waren sie als „Projekt des Monats März“ vertreten. Im September 2015 endet die Finanzierung des Projekts durch den Bund. Bis dahin will Christine Eisenberg Strukturen für die ehrenamtliche Weiterführung des Projekts mitentwickeln, möglicherweise die Gründung eines Vereins. In einem neuen Integrationsprojekt sollen Jugendliche und junge Erwachsene im Vordergrund stehen — wenn das Innenministerium das „Like-Mobil — Daumen hoch für Hilchenbachs junge Vielfalt“ bewilligt.

Kinder und Jugend

„Unser Sorgenkind“ nennt Heike Kühn die Ferienspiele: Der Umfang der Angebote, die die Vereine beisteuern, geht zurück, die Teilnehmerzahl (2014: 328) ebenfalls. Eine Lösung könne es sein, den Bauspielplatz zu verlängern und dort Angebote der Vereine zu integrieren. „Es wird sinnvoll sein, die Kinder und Jugendlichen einmal direkt zu fragen.“ Das Jugendzentrum No Limits empfiehlt sich neu als Jugendcafé und Teil eines neuen „Hauses der Alltagskultur“, in das sich der Gebäudetrakt auf dem Kulturellen Marktplatz Dahlbruch irgendwann einmal verwandeln könnte. Ebenfalls auf der Haben-Seite: der Jugendförderverein PUSH als Ausrichter des gleichnamigen Rockmusik-Festivals, Träger der Tanzgruppe To The Limits und des Dirt-Bike-Parks sowie Kooperationspartner beim Musical-Projekt „Young Stage“.

Ehrenamt

73 Jugendliche sind bei Gudrun Roth registriert, die im Rahmen der Taschengeldbörse ältere Menschen beim Einkaufen, im Haushalt oder bei der Gartenarbeit unterstützen. Die Nachfrage nach der Dienstleistung wächst — „aber es könnten noch mehr sein“, räumt die Beauftragte für bürgerschaftliches Engagement ein. Mehr Zahlen aus dem Ehrenamt: 54 Verträge über Pflegepatenschaften für städtsche Grundstücke (Vorjahr: 48), die mit 4019 Euro (3659) Aufwandsentschädigung vergütet werden; 27(25) Gruppen sammeln 6,3 (9,5) Tonnen Abfall und 32 (110) Altreifen beim Frühjahrsputz; sechs Heinzelwerker führen 127 ehrenamtliche Jobs vom Gardienenaufhängen bis zur Einrichtung von Wohnungen für Asylsuchende aus.

Senioren

Für Senioren aus Siegen, Kreuztal und Hilchenbach gibt es das Seniorenkino „ohne ALTERsbeschränkung“: 1663 Besucher bei neun Filmen. Seniorenbeauftragte Gudrun Roth veranstaltete in der Startphase das Tanzcafé im Gerberpark mit. Es gab die Seniorenmesse, Gedächtnistraining und Vorträge.

Frauen

1390 Besucherinnen (und Besucher) sahen die fünf Filme mit „Frauen in starken Rollen“, 335 mehr als im Vorjahr. Zusammen mit Katrin Baldursson-Schütz aus dem städtischen Bauamt organisierte Gleichstellungsbeauftragte Annette Kreutz zwei Frauenwanderungen. Neben verschiedenen Einzelveranstaltungen ist eine besondere Kreuztal-Hilchenbacher Kooperation Fixpunkt im Jahresprogramm: Die Gleichstellungsbeauftragten beider Städte vernetzen alle 14 Schulsekretärinnen. Ihr gemeinsames Thema im letzten Jahr: „Konstruktiver Umgang mit Stress“.

Zahlen aus dem Familienbüro

650 von 1630 Hilchenbacher Familien nutzen die Familienkarte, unter ihnen 91 die „Familienkarte Plus“ mit weiterreichenden Vergünstigungen für Familien mit geringem Einkommen. 60 Partner aus Handel, Dienstleistung, Kultur und Sport beteiligen sich.

Ab 2015 ist das Familienbüro auch Partner von BIBU („Begrüßen, informieren, unterstützen, beraten“): Der Kreis bietet im Rahmen von „Frühen Hilfen“ Willkommensbesuche für Familien mit Babys an. Die Stadt hat ihr „Willkommen Kinder“-Paket.