Vereine könnten Löhrtorbad tragen

Das Stadtbad am Löhrtor hat ein Defizit von mehr als 500 000 Euro jährlich – ist für die Arbeit vieler Vereine aber ein unerlässlicher Standort.
Das Stadtbad am Löhrtor hat ein Defizit von mehr als 500 000 Euro jährlich – ist für die Arbeit vieler Vereine aber ein unerlässlicher Standort.
Foto: WP
Das Löhrtorhallenbad könnte durch gemeinsame Anstrengungen von Vereinen und Stadt eine Zukunft haben. Die Gespräche laufen, allerdings sind viele Fragen zu klären.

Siegen..  . „Ich bin zuversichtlich, dass wir zu guten Ergebnissen kommen“, kommentiert die zuständige Beigeordnete Babette Bammann auf Anfrage dieser Zeitung den Stand der Beratungen. Eine Möglichkeit könnte die Trägerschaft durch einen Verein sein. In jedem Fall gebe es noch viele Detailfragen zu klären.

Sanierungsbedarf in Millionenhöhe

„Die Sache ist viel komplizierter, als sie auf den ersten Blick aussieht“, sagt Bammann. Der Rat hatte der Verwaltung am 25. März den Auftrag erteilt, Gespräche mit den Vereinen zu führen, die das Löhrtorbad nutzen – um zu erörtern, inwieweit die Vereine Aufgaben übernehmen könnten, um die Kosten zu senken. Das Hallenbad hat ein jährliches Defizit von mehr als 500 000 Euro. Außerdem wird der geschätzte Sanierungsbedarf in den kommenden zehn Jahren 1,6 Millionen Euro in Anspruch nehmen.

Die Verwaltung kommt in einer Vorlage aus dem Januar zu dem Schluss, dass eine Schließung des Bades angesichts der städtischen Finanzsituation in Betracht käme. Dagegen regt sich Widerstand – und große Skepsis, ob die Hallenbäder in Eiserfeld und Weidenau den Verlust kompensieren können.

„Eine Schließung des Löhrtorhallenbads und eine Verlagerung aller Aktivitäten der Schulen und Vereine kann nach unserer Einschätzung nicht funktionieren“, sagt Klaus Holthoff-Frank, Vorsitzender der Schwimmvereinigung Neptun Siegerland. „Wir haben am Erhalt also großes Interesse.“ Eine Idee des Vereins ist eine klarere Schwerpunktbildung an den drei Bad-Standorten: „Schulen und Vereine stärker in einem, Kurse und öffentlicher Badebetrieb eher in den anderen Bädern.“

Der Verein habe seine Vorstellungen dargelegt, die Verwaltung ihre Anforderungen formuliert, erläutert Bammann: „Das wird jetzt überprüft.“ Vor allem müsse geklärt werden, ob und wie es gelingen kann, das Schulschwimmen komplett am Löhrtor zu organisieren. Würde ein Verein als Träger zuständig sein, könnte die Stadt unter anderem Personalkosten sparen. Allerdings sei die Frage zu klären, wie die öffentliche Hand an den Sanierungskosten beteiligt werden kann. Die Option generell schätzt Bammann als tragfähig ein: „Es gibt in ganz Deutschland Vereine, die erfolgreich die Trägerschaft von Hallenbädern übernehmen.“

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