Unter Druck nach fünf Jahren Rathaus-Streit

M ehr als fünf Jahre dauert nun der Streit im Ratssaal, den Bürgermeister Paul Wagener und das mehr oder weniger erklärte Jamaika-Bündnis von CDU, Grünen und FDP miteinander austragen. Derart intensiv, dass in der Haushaltsdebatte FDP-Sprecher Klaus Kopetzki sogar die „CDU-Jugend“ des Bürgermeisters zur Erklärung heranzog. Da liegt die Annahme nahe, dass der Herausforderer für den Tag der Abrechnung von langer Hand aufgebaut wird.

Fehlanzeige. Vermutung 1: Niemand will den Job in Netphen haben. Vermutung 2: Keiner, der den Job haben wollte, hat alle Flügel der CDU für sich gewonnen. Letzteres liegt nahe. Denn nur notdürftig verdeckt sind die Gräben in der nach wie vor stärksten Ratsfraktion, die nun schon zwei Bürgermeisterwahlen verloren hat: 2004 mit Klaus Gräbener gegen den eigenen Parteifreund Rüdiger Bartsch, 2009 mit Helmut Kneppe gegen Paul Wagener.

Parteien sind gezwungen, Wählern Alternativen vorzuschlagen — sonst hätten sie keine Daseinsberechtigung. Das dürfte schwer auf Benedikt Büdenbender lasten, der sich schlimmstenfalls wie seine Amtsvorgänger Bartsch und Gräbener selbst in die Pflicht nehmen müsste. Es sei denn, die Grünen nehmen ihm diese Arbeit noch ab.