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Uni Siegen will Bildungswege ebnen

21.01.2015 | 18:20 Uhr
Uni Siegen will Bildungswege ebnen
NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (2.v.l.) und Rektor Prof. Holger Burckhart im Gespräch mit Studierenden auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße.Foto: Björn Bowinkelmann

Siegen.   Den typischen Studenten gibt es nicht – und damit mehr als einen Weg durchs Studium. Die Uni Siegen stellt Ministerin Svenja Schulze Antworten auf diese Herausforderung vor.

Wenn Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, die Uni Siegen besucht, ging es bisher meist um den Campus Altstadt. Unter anderen Vorzeichen reiste die SPD-Politikerin am Mittwoch an – sie machte im Zuge ihrer Hochschultour „Erfolgreich studieren“ auf dem Haardter Berg Station: „Ich freue mich sehr, dass wir heute mal Gelegenheit haben, über die Lehre zu reden.“

Bedarf besteht – aus vielerlei Gründen, wie in der Runde im Senatssaal deutlich wurde. Die Uni stellte dem Gast aus Düsseldorf Programme vor, mit denen vor Ort die Übergänge in der Bildungslaufbahn von der Schule über den Bachelor zum Master reibungsloser laufen sollen. Ein wesentliches Ziel, um erfolgreiches Studieren zu ermöglichen, nannte die Ministerin gleich selbst: „Hürden auf dem Weg in die Hochschule und innerhalb der Hochschule erkennen und abbauen.“

Diversität

Eine sich verändernde Gesellschaft und die höhere Zahl an Studierenden stellen die Hochschulen vor neue Herausforderungen. „Wir erleben Diversität schon lange“, sagt Rektor Prof. Holger Burckhart. Das Schlagwort „Diversity“, dass gerade in den letzten Jahren in der Wirtschaft en vogue ist, um die Potenziale einer bunt gemischten Belegschaft für den Erfolg zu unterstreichen, hat im Ausbildungssektor eine andere Relevanz. Seien früher vor allem junge Leute aus Akademiker-Haushalten an die Uni gegangen, die zumindest tendenziell oft einen ähnlichen Hintergrund mitgebracht hätten, „haben wir nun heterogene Studierendenschaften“, erklärt der Rektor. „Das wird sich noch verstärken, und dem müssen wir gerecht werden.“

Eigene Wege

Das fängt beim Weg ins Studium an. Wenn es nicht mehr die eine – mehr oder minder – typische Klientel gibt, die es auf den Campus zieht, dann reicht auch nicht der eine typische Zugang. „Biss“ – „Brücken ins Studium“ – heißt eine Antwort der Uni Siegen: Das Projekt spricht Jugendliche ab Beginn der Oberstufe an, die sich ein individuelles Programm erstellen können, um beispielsweise durch Schnupperstudium und Workshops die richtige Fächerwahl zu treffen und Kompetenzen für den Uni-Alltag zu entwickeln. Unterstützung gibt es von professionellen Beratern und studentischen Mentoren. Vor allem junge Menschen, denen die Entscheidung fürs Studium nicht schon durch das Elternhaus quasi in die Wiege gelegt ist, können so ihre Chancen verbessern.

Bessere Bedingungen

Wer sich dann eingeschrieben hat, soll vom Linus-Programm profitieren. Die Uni Siegen erhält dabei für fünf Jahre insgesamt 10,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Studienerfolgsquote. Von dem Geld werden unter anderem fünf Professuren inklusive Mitarbeiterstellen finanziert, außerdem der Einsatz von Mentoren und so genannten Academic Advisors, die Studenten bei Problemen helfen. Es geht auch um „Verhinderung von Misserfolgen und Demotivation“, erklärt der Rektor. Wichtig sei dabei auch ein neuer Blick, falls der eingeschlagene Pfad sich einmal als der falsche erweist. „Ein Studienabbruch ist nicht ein Scheitern“, sagt Burckhart. „Es heißt nur: Ich gehe einen anderen Weg in meiner persönlichen Entfaltung.“ Der überwiegende Großteil der Studienabbrüche geschehe im ersten oder zweiten Semester, und in der Regel folge darauf ein Fachwechsel.

Masterprogramm

Bis zum Jahr 2020 will die Uni Siegen 3412 zusätzliche Masterstudienplätze anbieten. 34 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Überwiegend (25 Millionen) soll das Geld in neue Professuren fließen. Je 4,5 Millionen Euro sind für zusätzliche Stipendien vorgesehen, um den Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium zu ermöglichen, sowie für die Optimierung der Arbeitsbedingungen von akademischem und nicht akademischem Personal – um hochwertige Lehre zu fördern.

Bedarf

„Es ist auch die Frage: Wie geht es mit uns als Land weiter?“, sagt Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Die Landesregierung habe einen Schwerpunkt auf Bildung gesetzt. Sei die Zahl der Studenten seit 2010 um fast 25 Prozent gestiegen, so seien die Mittel parallel um 33 Prozent erhöht worden. „Wir haben enormen Bedarf an Wissenschaftlern“, sagt Schulze. Klimawandel, Inklusion und Demografischer Wandel seien große Herausforderungen: „Wir dürfen kein Talent zurücklassen.“

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Florian Adam

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2015-01-21 18:20
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