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Uni Siegen stoppt Verhandlungen: Kanzlernachfolge wieder offen

15.08.2012 | 08:00 Uhr
Uni Siegen stoppt Verhandlungen: Kanzlernachfolge wieder offen

Siegen.   Paukenschlag an der Uni Siegen: Niels Helle-Meyer wird nicht Kanzler. Der Universität hat die Verhandlungen mit dem 41 Jahre alten Volljuristen beendet. Helle-Meyer sollte zum 1. Mai 2013 die Nachfolge des nach 20 Jahren scheidenden Verwaltungschefs Dr. Johann Peter Schäfer antreten.

„Mit Bedauern sahen sich Hochschulrat und Hochschulleitung nunmehr veranlasst, die Verhandlungen mit Niels Helle-Meyer abzubrechen, weil in Anbetracht zögerlicher Verhandlungen für beide Seiten kein konstruktives Ergebnis mehr absehbar war“, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Der stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats, Prof. Dr. Hans-Jürgen Christ, wurde am Dienstag deutlicher: „Wir hatten das Gefühl, dass Niels Helle-Meyer ein bisschen viel taktiert.“ In den Gesprächen sei offenbar geworden, dass der 41-Jährige sich ebenfalls an der Universität in Friedrichshafen um die Stelle des Kanzlers beworben habe. „Davon war bei seiner Vorstellung noch keine Rede“, sagt Christ. Helle-Meyer habe bei seiner Vorstellung am 9. Juli vor dem Hochschulrat und dem Senat lediglich gesagt, er habe kürzlich eine Anstellung als Vizepräsident der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig abgelehnt. „Er hat uns die Gründe dafür schlüssig dargelegt.“

Niels Helle-Meyer wird nicht der neue Kanzler der Universität Siegen.

Dass der Jurist mit der Uni in Friedrichshafen aber noch ein zweites Eisen im Feuer hatte, überraschte schließlich die Siegener Verhandlungspartner. Bei den Gesprächen, die von der Vorsitzenden des Hochschulrates, Dagmar Lange, geführt wurden, habe sich der Eindruck verdichtet, Helle-Meyer habe für sich das Optimale ausverhandeln wollen. Da sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch eine hohe Kompatibilität mit dem Rektorat und den anderen Gremien der Hochschule Voraussetzung einer Zusammenarbeit seien, habe man sich entschlossen, die Verhandlungen jetzt zu beenden. „Das ist schade“, so Christ, „die Mühen waren umsonst.“ Man habe geglaubt, eine für die Uni zukunftsträchtige Wahl getroffen zu haben.

Rechtliche Lage muss geklärt werden

Die Verhandlungen nach der Wahl eines Kanzlers, der an der Universität für die Bereiche Haushalt, Verwaltung und Personal verantwortet, sind eigentlich nur eine Formalie. In den Gesprächen werden Details der künftigen Zusammenarbeit ausgelotet. Das Scheitern der Verhandlungen trifft daher auch die Rechtsabteilung der Hochschule überraschend. Denn bislang ist unklar, ob die Stelle neu ausgeschrieben werden muss oder ob die beiden unterlegenen Kandidaten, Dr. Martin Goch, Vizepräsident der Hochschule Rhein-Waal in Kleve, und Martina Petermann, Vizepräsidentin für Verwaltung und Wirtschaftsführung der Uni des Saarlandes, erneut und ohne neue Ausschreibung ins Rennen gehen können. „Die rechtliche Lage muss geklärt werden“, so Unisprecherin Katja Knoche. Dafür hat die Universität Siegen freilich Zeit. Denn der Vertrag mit Verwaltungschef Dr. Johann Peter Schäfer läuft erst am 30. April des kommenden Jahres aus.

Niels-Helle-Meyer war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Boris Schopper



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