Umgang mit Flüchtlingen thematisiert

Hilchenbach..  Den Umgang mit Flüchtlingen in den Siegerländer Ortschaften hat der Bezirksverband der Siegerländer Frauenhilfen am Mittwoch auf ihrem Jahresfest in der Evangelischen Kirche in Hilchenbach thematisiert. „Als wir im Herbst letzten Jahres mit den Planungen begannen und das Thema auswählten stellten wir uns vor, dass bis zum Jahresfest in jedem Ort neue Menschen aus den Flüchtlingsgebieten angekommen sein würden. Werden die für uns Fremde unsere Dörfer, unsere Nachbarschaften und vielleicht auch unsere Gemeinden bereichern? Werden sie uns Angst machen oder Hilflosigkeit bewirken? Wo und wie wird unsere Hilfe gefragt sein?“, begrüßte Erika Denker, Vorsitzende des Bezirksverbandes, die Versammlung.

Schicksal einer Familie

Dorothee Kahm, Sozialarbeiterin bei der Integrationsagentur der Diakonie in Südwestfalen, gab einen Überblick über die Flüchtlingssituation. In Deutschland seien im ersten Quartal dieses Jahres 114 125 Asylanträge gestellt worden. Sie erzählte von einer Roma-Familie, die am Tag des Jahresfestes vormittags in ihrem Büro Hilfe ersucht habe. Von 1978 bis heute sei diese Familie auf der Flucht. 15 Stationen habe diese Flucht bislang erlebt. Die maximale Aufenthaltsdauer an einem Ort habe fünf Jahre betragen.

Die Familie stamme aus dem Kosovo. Wenn sie dahin zurückkehre, drohe ihr Folter und Misshandlung. Die zweijährige Tochter habe einen Herzfehler. Die Familie habe zurzeit keine Chance, in Deutschland bleiben zu können. Kahm: „Haben wir das Recht, eine Flucht aus wirtschaftlicher Not geringer zu achten als eine Flucht aus einem Kriegsgebiet?“ Es bestehe in den Kommunen eine Knappheit an Wohnraum, in denen Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Viele Flüchtlinge lebten in Gemeinschaftsunterkünften ohne Privatsphäre, so Kahm.

Verabschiedet als Leiterin der Frauenhilfe Kredenbach wurde auf dem Jahresfest Eleonore Hübel. Renate Pruchnik wurde ins Team des Sozialen Dienstes Frauenhilfe aufgenommen.