Umfassende Behandlung im Reflux-Zentrum

Siegen..  Reflux-Spezialisten aus dem Diakonie-Klinikum und dem St.- Marien-Krankenhaus Siegen ermöglichen im Reflux-Zentrum Siegerland eine umfassende Diagnostik und Therapie aller Folgeerscheinungen der Reflux-Krankheit nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

„Reflux ist nicht immer harmlos“, warnt Prof. Joachim Labenz. „Der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität erheblich, sondern kann auch zu schwerwiegenden Erkrankungen wie etwa dem Speiseröhrenkrebs führen.“ Prof. Labenz, der sich seit über 20 Jahren sowohl wissenschaftlich als auch in seiner täglichen Praxis als Chefarzt im Diakonie-Klinikum mit der Reflux-Krankheit befasst, möchte mit dem im Dezember eröffneten Reflux-Zentrum Siegerland diese Zivilisationskrankheit nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen diagnostizieren und therapieren.

Mit den Experten aus dem St.-Marien-Krankenhaus Siegen, Prof. Frank Willeke und Dr. Dietmar Stephan, wird eine individuelle Diagnostik- und Therapieempfehlung erarbeitet und bei entsprechendem Wunsch in den spezialisierten Kliniken unter Einbindung der niedergelassen Ärzte realisiert. „Unser Behandlungskonzept ist ein individualisierter, lebensqualitätsorientierter Ansatz zum langfristigen Management der Reflux-Krankheit“, erläutert Frank Willeke.

Lebensstil änderung

Dies ermögliche auch ein gewisses Maß an Prävention bzw. Früherkennung bösartiger Erkrankungen. „Immerhin entwickeln jährlich bis zu 4000 Patienten, die eine Gewebeveränderung aufweisen, hieraus ein Karzinom in der Speiseröhre“, hält der Chirurg fest. Dies wäre vermeidbar.

„Deswegen ist unser erster Schritt die Planung einer Lebensstiländerung“, so Dr. Gisela Labenz. Die Medizinerin fungiert als erster Anlaufpunkt in dem Reflux-Zentrum. Erst an zweiter Stelle stünden Arzneien, die die Säureproduktion im Magen reduzieren, die Säure binden oder mechanisch vor Reflux schützen.

Weitere diagnostische und therapeutische Schritte: Endoskopie der Speiseröhre mit Entnahme von Gewebeproben, die Messung des Drucks im Bereich des Schließmuskels und des Ösophagus sowie die direkte Reflux-Messung. „Das wird in unserem Klinikum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit hochmodernen Geräten durchgeführt“, berichtet Joachim Labenz.

„Insgesamt zeigt das Projekt auf, wie wichtig die Zusammenarbeit der Kliniken in der Region ist. Patienten müssen nicht in die Ballungsräume reisen, vielmehr finden sie hier eine ideale Versorgungskomposition vor“, so Hans-Jürgen Winkelmann und Hubert Becher, Geschäftsführer der beiden projekttragenden Krankenhäuser.