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Rentenanspruch

Üppige Nachzahlung

07.09.2011 | 18:43 Uhr
Üppige Nachzahlung
Der ehemalige Bauarbeiter Fred Radau (mitte) hat einen Anspruch auf rund 15000 Euro Rente von der Soka-Bau. links: Ewald Thiel, Vorsitzender des Bezirksverbandes Westfalen Mitte-Süd der IG Bau, rechts: Steffen Spengler Arbeitnehmerberater von der Soka-Bau.

Siegen/Netphen.Fred Radau erhielt vor zwei Wochen einen Anruf, der vielleicht nicht sein Leben verändert, aber doch vieles leichter macht. Am anderen Ende der Leitung erzählte ihm Annemarie Stahl von der Industriegewerkschaft Bau in Siegen, dass der 63-Jährige Anspruch auf rund 15 000 Euro Rentennachzahlung hat. Vor 15 Jahren wurde der Netphener auf Grund einer Krankheit zum Frührentner. Die Arbeit bei der Firma Günther konnte er nach 32 Jahren nicht mehr bewältigen. Er hatte damals einen Antrag nicht gestellt.

Das Geld von der Sozialkasse Bau ist seit Dienstag auf dem Konto des ehemaligen Bauarbeiters. „Das ist eine Summe, die man nicht täglich kriegt – aber der Anspruch ist gerechtfertigt“, sagt Ewald Thiel, IG-Bau Vorsitzender im Bezirksverband Westfalen-Süd. Er sei froh, dass die Kollegen den Antrag eingereicht hätten. Das Geld steht Fred Radau aufgrund des Tarifvertrages zwischen der IG Bau und den Arbeitgeberverbänden zu.

Zuschuss wegen schlechtem Wetter

„Wir als Sozialkasse sind nur Ausführende“, so Steffen Spengler, Arbeitnehmer-Berater bei der Soka-Bau. Arbeitgeber im Baugewerbe finanzieren einen Rentenzuschuss, weil Bauarbeiter wegen Schlechtwetterzeiten auf weniger Arbeitszeit und damit auf weniger Rente als Industriearbeiter kommen. 80 Euro gibt es von der Soka-Bau monatlich zusätzlich zu rund 900 Euro Rente. 400 000 Menschen erhalten den Zuschuss deutschlandweit.

Diesen Zusatz muss ein Rentner selbst beantragen. Und das hatte Fred Radau als Erwerbsunfähiger in den vergangenen 15 Jahren nicht getan. Als er nun mit 63 Jahren in das offizielle Rentenalter eintrat, hätte er nicht gedacht, dass er das noch kann. Sein Schwager Michael Braun ermunterte ihn, bei der Gewerkschaft nachzufragen. Annemarie Stahl half beim Ausfüllen des Antrages, zweifelte aber selbst daran, dass die volle Summe nachgezahlt werde. Das war Ende April. „Ich wollte mich noch mal erkundigen“, sagt Michael Braun, „da ist der Anruf gekommen“ Was er mit dem Geld macht, weiß Fred Radau noch nicht. Er hat lange gespart, um seine Wohnung renovieren zu können. Vor einem Jahr hatte er einen Schlaganfall und kann viele der Arbeiten nun nicht mehr selbst machen. „Nun können wir eine Firma beauftragen“, sagt sein Schwager Michael.

Irmine Skelnik

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