Überzeugt von Dualer Ausbildung

Geisweid..  NRW sei ein wichtiger Industriestandort und werde es auch bleiben, bekräftigte Landesarbeitsminister Guntram Schneider nach seinem Gespräch mit den Verantwortlichen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen im Berufsbildungszentrum (bbz). Tatsächlich sei das Land „die 19.-größte Volkswirtschaft dieser Welt“, sagte der Minister weiter, „meine Chefin müsste eigentlich an den G-20-Gipfeln teilnehmen“. Dafür habe sie allerdings keine Zeit, so der Politiker.

Dazu äußerten sich die Gastgeber nicht, zeigten ansonsten aber große Befriedigung über das vielfache Lob des Gastes aus Düsseldorf für die Arbeit der heimischen Kammer in Sachen Aus- und Weiterbildung. Damit würden 20 Jahre erfolgreiches Zusammenwirken zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften, Arbeitsagentur und Politik gewürdigt, betonte Klaus Gräbener. Der IHK-Hauptgeschäftsführer und der IHK-Präsident Felix G. Hensel waren mit dem Minister einig über die nach wie vor hohe Bedeutung der dualen Ausbildung. 90 Prozent der künftigen Facharbeiterfehlstellen seien garantiert nicht im akademischen Bereich zu erwarten, plädierte Klaus Gräbener an die jungen Menschen, sich nicht nur auf ein Studium zu konzentrieren.

Was die Diskussion angehe, die trotz eindeutiger Zahlen in dieser Richtung immer noch zu wenig Hochschüler in Deutschland beklage, fand Guntram Schneider eine deutliche Antwort. Es handele sich um ein Missverständnis. Viele Berufe, die in anderen Ländern ein Studium erforderten, fielen in der Bundesrepublik unter die duale Ausbildung. Der etwa auf EU-Ebene ausgemachte Missstand existiere also gar nicht. Und es sei doch völlig unsinnig, diese mehr als bewährte und zukunftsfähige Ausbildung in Frage zu stellen, wenn er selbst ständig ausländische Gäste habe, die sich über das deutsche Erfolgsmodell informieren wollten.

Impulse mit Ausstrahlung setzen

Informiert wurde der Minister schließlich noch über das im Herbst von der IHK-Vollversammlung beschlossene Fachkräfteprogramm. Insgesamt drei Millionen Euro werden von den Mitgliedern zur Verfügung gestellt, um Maßnahmen umzusetzen, die dazu beitragen, die anstehende Fachkräftelücke wirksam zu bekämpfen. Bereits umgesetzt wurde die Senkung der Ausbildungsgebühren für die Eintragung von Ausbildungsverhältnissen. Zudem gibt es eine neue Servicestelle „Fachkräftesicherung“, in der zwei Mitarbeiterinnen insbesondere kleine Unternehmen bei Personalentwicklungsstrategien unterstützen.

Auch das sei geeignet, landes- und bundesweit Impulse zu setzen, sagte Guntram Schneider. Die Region solle mit ihren guten Initiativen noch viel stärker in Düsseldorf vorstellig werden, „nicht nur in Fragen der Verkehrspolitik“, ermunterte der Minister.