U3-Ausbau in die nächste Runde

Kreuztal..  Im städtischen Kindergarten Zum Wäldchen befindet sich die Wickelkommode im Eingangsbereich, und mittags müssen die Kinderbettchen von einem Raum in den anderen transportiert werden. Dabei gehe wertvolle Zeit für die pädagogische Arbeit verloren.

Solcherlei Zustände seien inakzeptabel, fand Simone Farr (Grüne) im Sozialausschuss. Sie gebrauchte einen viel stärkeren Ausdruck, der allerdings für Sozialdezernentin Edelgard Blümel unangemessen hart ausfiel: „Wenn dem so wäre, müsste der Jugendhilfeträger die Einrichtung schließen.“

Weiter geht es in Kreuztal mit den Planungen für eine umfassende Betreuung der Kinder unter drei Jahren (U3). Nachdem die Tälerlösung mit ihren für die größeren Stadtgebiete geschaffenen Schwerpunkteinrichtungen abgeschlossen ist, sind nun die Tageseinrichtungen an der Reihe, die zwar auch U3-Kinder haben, aber noch nicht entsprechend ausgebaut sind. Dazu gehören außer dem Kindergarten auf dem Dörnberg noch sechs weitere städtische Einrichtungen.

Für diese Standorte soll nun ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, das auch berücksichtigt, dass in einem absehbaren Zeitraum die Zahl der zu betreuenden Kinder zurückgehen wird. So hatte Bernd Meichelböck (SPD) aus dem Kreisjugendhilfeausschuss erfahren, dass bis 2020 deutlich weniger unter Dreijährige im Kreisgebiet zu betreuen seien als derzeit. Bis 2030 werde die Zahl sogar noch stärker sinken.

100 000 Euro veranschlagt

All dies wird eine Rolle spielen, wenn der weitere Ausbau in den kommenden Jahren stattfindet. Auf Vorschlag der SPD wird es dazu einen Arbeitskreis geben, der sich zeitnah mit den Ergebnissen beschäftigen wird, die die Verwaltung liefert. Sicherheitshalber – um Verzögerungen zu vermeiden – wurde auch gegen die Stimmen von CDU und FDP eine Verpflichtungsermächtigung über 100 000 Euro beschlossen, damit Anfang 2016 bereits unabhängig von den Haushaltsplanberatungen losgelegt werden kann, wenn die Planungen für den einen oder anderen Kindergarten abgeschlossen sind. Dies wird im Haushalt 2015 berücksichtigt.

Im Blickfeld natürlich der Kindergarten Zum Wäldchen, wo als nächstes die Sanierung der sanitären Einrichtung vorgesehen ist. Auch folgte der Ausschuss dem SPD-Vorschlag, eine neben dem Kindergarten „Ferndorfer Knirpse“ gelegene und vom Rettungsdienst genutzte Garage zu räumen. Dorthin könne der derzeitige Raummangel der Einrichtung durch einen Erweiterungsbau expandieren.

Dezernentin Edelgard Blümel warb um Verständnis, dass die Verwaltung mindestens ein halbes Jahr brauche, um die gewünschte Prioritätenliste zu erarbeiten. Förderanträge für verschiedene Maßnahmen im U3-Bereich indes müssen bis Ende Februar beim Kreis vorliegen. Allein das Antragsvolumen aus Kreuztal mit Förderanträgen für die bereits im Bau befindliche Erweiterung der Villa Schübel (180 000 Euro) und die geplante Erweiterung des Kindergartens Erler-Siedlung (200 000 Euro) machen mehr als ein Viertel der zur Verfügung stehenden Fördersumme in Höhe von 1,15 Millionen Euro aus. Kämmerer Michael Kass gab zu bedenken, ob manche in der aktuellen Situation als wünschenswert angesehene Maßnahme in fünf oder zehn Jahren noch notwendig sein werde.