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U3-Ausbau „beachtenswert“

14.02.2012 | 18:37 Uhr
U3-Ausbau „beachtenswert“
Foto: Dirk Bauer

Siegen.Die Stadt steht im Landesdurchschnitt sehr gut dar, wird aber die für 2013 angestrebte Quote bei U3-Betreuungsplätzen wohl nicht erreichen. Der Jugendhilfeausschuss beschäftigte sich am Dienstag als erstes Gremium mit der Fortschreibung des Tagesstättenbedarfsplanes. Als nächstes wird die Vorlage heute im Haupt- und Finanzausschuss und am 29. Februar im Rat diskutiert.

Das Urteil der Ausschussmitglieder über die Situation in Siegen war eindeutig positiv – immerhin hat die Stadt nun Betreuungsplätze für knapp 30 Prozent aller Kinder unter drei Jahren. In NRW liegt die Quote bei 17 Prozent.

Lob für politische Zusammenarbeit

„Das ist beachtenswert“, lobte André Schmidt (CDU). Der Ausbau der Betreuung habe nur so gut laufen können, weil es kaum politischen Streit gegeben habe. Lediglich über die Quote habe man anfangs diskutiert. „Aber wir können uns nicht ausruhen“ Die Probleme würden erst kommendes Jahr anfangen. Vor allem, weil die Zuweisungen des Landes noch nicht bewilligt sind.

„Es sieht zumindest nicht mehr ganz so trübe aus“, so Dr. Raimund Jung vom Jugendamt. Denn während die im November erstellte Vorlage noch von knapp 900 000 Euro Landeszuweisungen ausgehe, seien mittlerweile 1,2 Millionen Euro geflossen. Es gebe aber definitiv noch Lücken zu schließen. Das größte Sorgenkind sei Kaan-Marienborn. „Es gibt dort eine engagierte Kirchengemeinde.“ Dennoch wisse man nicht, ob man die veralteten Räume der Kita für U3 anpassen könne.

Das Ermüden der freien Träger wegen undurchsichtiger Fördermodalitäten befürchtet Hans-Dieter Ernst (Linke). 60 der 61 Siegener Kitas sind in freier Trägerschaft. „Ich bin stolz auf unser Ergebnis, aber die Situation im Land ist völlig unbefriedigend.“ Ingmar Schilz (SPD) äußerte Kritik auch an der eigenen Partei, denn nach den jetzigen Daten könne man den Rechtsanspruch bei U3 landesweit nicht sicherstellen – NRW bildet deutschlandweit das Schlusslicht. Während der Ausschuss die Vorlage beschloss, warf Dr. Raimund Jung einen Blick in die Zukunft: „Im Laufe der Zeit werden wir auf eine 50-Prozent-Quote zugehen.“ Derzeit nutzten 50 Prozent der Zweijährigen das Angebot – die Anzahl der Kinder unter zwei Jahren steige aber stetig.

Irmine Skelnik

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